Wenn es um das sichere Abstellen von Zweirädern geht, ist der Bahnhof Grenchen Süd ein schlechtes Beispiel. Immer wieder werden Velos, Mofas oder Roller gestohlen oder beschädigt, da gesicherte Veloabstellplätze fehlen. Seit Längerem wäre ein Projekt für eine Neugestaltung mit Busterminal vorhanden, welches bisher aber an zu hohen Kosten scheiterte. Im Sommer wollte die SP-Fraktion wissen, wann mit Massnahmen zur Verbesserung zu rechnen sei.

Stadt will keine Provisorien

In ihrer Beantwortung stellt die Baudirektion nun klar, dass aufgrund priorisierter Projekte nicht vor 2015 mit der Realisierung des Projektes «Umgestaltung / Busumsteigeplatz» zu rechnen ist. Für die Velofahrer könnten zwar Einrichtungen beschafft werden, die im Hinblick auf eine spätere Neugestaltung wiederverwendet werden könnten, dennoch sei von provisorischen Lösungen abzusehen. «Das kostet schnell einmal 100000 Franken», sagte Stadtbaumeister Claude Barbey an der gestrigen Gemeinderatssitzung. Man solle lieber eine nachhaltige Lösung abwarten. Hugo Kohler (Stadtpolizei) ergänzte, dass ein Drittel aller gestohlenen Velos auf dem Stadtgebiet am Südbahnhof «wegkommt», die Stadt im Vergleich aber immer noch gut dastehe.

Dennoch: Für Alex Kaufmann, Erstunterzeichner der Interpellation, werden notwendige Massnahmen nur auf die lange Bank geschoben. Deshalb hat die SP-Fraktion neu ein Postulat eingereicht. «Die Sicherheitsmängel sind nicht zu unterschätzen und bei der Bevölkerung ein grosses Ärgernis», heisst es darin. Teilbereiche des Projekts Neugestaltung müssten zwingend geprüft werden, so die Möglichkeit von abschliessbaren oder überwachten Velostationen und die resultierenden Kosten. Im Weiteren sollen auch das Projekt Bahnhofumgestaltung und die Gespräche mit Migros und SBB als Beteiligte wieder aufgenommen und darüber orientiert werden. (fup)