Fasnachtszeitungen
Vor Bangas Schlafzimmer nicht Halt gemacht

Seit gestern sind die Fasnachtszeitungen «Gränchner Gosche» und die «Gäder Hächlä» am Kiosk erhältlich. Wichtiges Thema in den beiden Blättern sind natürlich die Bangas.

Oliver Menge
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Solothurner Zeitung

Seit gestern kann der Jahresrückblick Grenchens in der 5. Jahreszeit am Kiosk bezogen werden. Die Narren ziehen das vergangene Grenchner Jahr mit mehr oder weniger spitzer Feder durch den Kakao. Vor allem regionale, aber auch nationale und internationale Persönlichkeiten kommen keineswegs zu kurz und werden gehörig veräppelt. Die «Gosche» glänzt dabei mit scharfen und längeren Texten, bei der «Hächlä» fallen die Zeichnungen von Marcel Bavaud ins Auge, der es schafft, jeden erkennbar zu karikieren.

In beiden Zeitungen spielt die Affaire um Stadtpräsident Boris Banga und seine Frau Barbara eine wesentliche Rolle. In der «Gosche» lieferten die «anonymen» Beleidigungen, welche Barbara Banga im grenchen.net postete und die Boris Banga später als «Liebesbeweis» bezeichnete, Stoff für eine witzige Karikatur mit einem Text über das Liebesleben der beiden. Fazit der «Gosche»: «Hesch mou Floute i dim Bett, de schrib haut chli im grenchen.net».

Aber auch die Kinderbilderbuchtage und das «Gschtürm» um Mobbing innerhalb der Stadtverwaltung werden hie und da thematisiert. «Gosche»: «Hätt Boris mou e gueti Luune, würde sicher alli stuune». Der Markenname KiBiBuTa sollte nach Barbara Banga geschützt werden und veranlasst die «Goschen»-Schreiber ihrerseits zu Vorschlägen von originellen Abkürzungen und einem Wettbewerb mit Gewinnchancen.

Raues politisches Klima ist ein Thema

In der «Hächlä» findet man eine Liste von Filmen, zu denen das Hôtel de Ville das Drehbuch lieferte, unter anderen «Lohn der Angst», «Psycho», «Das Schweigen der Lämmer». Überhaupt ist das raue, politische Klima in der GRK und Stadtverwaltung Thema: In der «Hächlä» wird sogar ein Polit-Würfelspiel präsentiert, das man nur verlieren kann, weil Otto Normalbürger so oder so zu anständig bleibt. Aber im Verlauf des Spiels darf man so richtig beleidigen, mobben, hinter dem Rücken anderer lästern. Aber auch die «Profiteure» des Hickhacks, allen voran Hubi Bläsi, kriegen ihr Fett weg: Er wird in der «Gosche» «für seine zwar farblose, aber ausgleichende Art, im Gemeinderat und der GRK zu politisieren» mit dem Prix Göschi 2011 ausgezeichnet: «Wenn Hubi manchmal einen schlafenden Eindruck erweckt und ihm Untätigkeit vorgeworfen wird, so ist dieser Eindruck falsch. Tatsache ist, dass er das einzige GRK- Mitglied ist, das sich an die Geheimhaltung hält».

Apropos GRK und Bläsi: Auch die «Gäder Hächlä» widmet ihm einen deftigen Spruch: «Vo mir us bruchts – meint Vize Bläsi – i dere Sach no lang ke Fride. Sit däm Gschtürm um üse Stapi – isch mi Beliebtheit sprunghaft gschtige». Und ein anderes Mitglied des Gemeinderats wird folgendermassen bedacht: «Scho dGilberte de Courgenay het zum Ivo von Büre gseit: Moschee nid gränne, gäu!»

In der «Gosche» ist «Blau» ein Thema, sei es nun über die Blaue Berta oder die blaue Nacht. Erstere sorgt für mächtigen Wirbel, an zweiterer konnte sich «Fritz» mal einen kräftig hinter die Binde giessen und musste feststellen, dass das Angebot (auch an Flüssigem) zu gross war: «Am angre Tag hett är denn gseh – chli weniger wär vil ... (vil ...) meh»; ein Seitenhieb auf die umtriebige Standort-Marketingverantwortliche Barbara Pestalozzi mit dem neuen Grenchen-Slogan.

Originelle Titelblätter

Das Titelblatt der «Gosche» ist dem Littering gewidmet. Seit letztem Jahr dürfen Ordnungsbussen ausgesprochen werden – also zeigt die «Gosche» einen Fasnächtler, der gerade verhaftet wird; zukünftig muss jeder fürchten, eine Busse aufgebrummt zu bekommen, wenn er mit Konfetti um sich wirft: «Ab sofort muess me zittere, wenn i dr Stadt tuesch littere – denn Littering isch sSchlagwort do, nur schient das niemer rächt zverstoh ... A dr Fasnacht, jo do wett i, gits e Buess de pro Konfetti».

Die «Gäder Hächlä» zeigt Heinz Müller, gegen den eine Untersuchung wegen Steuerhinterziehung läuft, und stellt die Quizfrage: «Ist das nun ein Steuerhinterzieher oder ein Steuer hinter sich Ziehender?»

Das Team der «Hächlä» hört nach 28 Jahren auf und präsentiert die letzte Nummer ihrer Zeitung. Auf zwei Doppelseiten werden darum Höhepunkte aus 28 Jahren «Gäder Hächlä»-Zeichnungen gezeigt.