Büren a. A.

Vor 30 Jahren wurde die Brücke angezündet

Foto: Christoph Stotzer/zvg

Brand der Holzbrücke bei Büren im April 1989

Foto: Christoph Stotzer/zvg

Nicht nur in Paris oder Luzern, auch in der Region weiss man, wie es ist, ein Wahrzeichen zu verlieren. Diesen Frühling sind es 30 Jahre her, seit die historische Holzbrücke über die Aare in Büren einem Brandanschlag zum Opfer fiel.

Es geschah am 5. April 1989. Da die Brücke sofort auf der ganzen Länge brannte und die Schlösser des Feuerwehrmagazins mit Leim zugeklebt worden waren, war sofort klar, dass es Brandstiftung war. Auch fand man Überreste von Schubkarren, mit welchen der Brandbeschleuniger offenbar grossflächig ausgebracht wurde.

Brandstifter nie gefasst

Die Brandstifter wurden nie gefasst, sie wurden aber dem Umfeld der Jura-Separatisten zugeordnet. Denn bereits 1987 war ein Brandanschlag auf die Brücke verübt worden , damals von der «Neuen Jurassischen Befreiungsfront». In einem anonymen «Bekennerschreiben» bezeichneten dann 1989 die Unbekannten die Brandstiftung als «Rache für den Justiziabrunnen». Drei Wochen zuvor war ein jurassischer Separatist für die Zerstörung der Brunnenfigur in der Berner Gerechtigkeitsgasse zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

«Die Zerstörung der Brücke war für Büren ein schwerer Schlag», erinnert sich Gemeindepräsident Rolf Wälti, der, damals 29-jährig, den Brand der Holzbrücke miterlebt hat. Die Feuerwehren von Grenchen bis Biel eilten zwar zu Hilfe, es gab aber nichts mehr zu retten. «Es flossen Tränen bei der Bevölkerung», so Wälti. Büren a. A. war damals noch bernischer Bezirkshauptort mit Statthalteramt, weshalb man der antibernischen Agitation aus dem Jura vermehrt ausgesetzt war. Aber heute geht das «Gschtürm» in Moutier weiter. Hat man da nicht gewisse Befürchtungen? – «Ich glaube nicht, dass wir heute noch in gleichem Ausmass Zielscheibe wären wie damals», meint Wälti. Aber ausschliessen könne man nie etwas.

Jahrelang hing in Büren a. A. keine Jurafahne, auch wenn das Stedtli bei Vollbeflaggung sonst allen Schweizer Ständen die Ehre erwies. Doch das sind vergangene Zeiten. Die Ressentiments sind vergessen. Längst wehen auch in Büren am 1. August wieder 26 Kantonsfahnen.

Wiedereröffnung wird gefeiert

«Auch beim Gedenken an den Brückenbrand haben wir uns entschieden, nach vorne zu schauen, nicht zurück», erklärt der Gemeindepräsident. So war heuer kein Gedenkakt zum Brückenbrand vorgesehen, sondern man werde in zwei Jahren die Eröffnung der neuen Brücke feiern. So lange haben nämlich die Planung und der Wiederaufbau der Holzbrücke bis August 1991 gedauert. «Wir haben bereits per Gesuch beim Kanton beantragt, dass wir die Brücke 2021 für ein Fest sperren und darauf einen langen Tisch aufstellen können», erklärt Wälti. Über die Brücke führt nämlich eine Kantonsstrasse.

Es ist übrigens die neunte Brücke seit 1275, die in Büren über die Aare gebaut wurde. Die Brücken wurden immer wieder durch Feuer, Hochwasser oder Eis zerstört. Auch das Stedtli selber wurde im Lauf der Jahrhunderte sechsmal durch eine Feuersbrunst zerstört oder massiv beschädigt.

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