Überschwemmung
Vor 150 Jahren hiess es Land unter in der Grenchner Witi

Bevor die Arbeiten im Rahmen der Juragewässer-Korrektion begannen, ereignete sich 1868 eine der letzten grossen Überschwemmungen in der Grenchner Witi.

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Auch im Januar 2018 waren die Felder in der Witi Grenchen überflutet. Grosse Überschwemmungen gab es aber schon lange nicht mehr.

Auch im Januar 2018 waren die Felder in der Witi Grenchen überflutet. Grosse Überschwemmungen gab es aber schon lange nicht mehr.

Hanspeter Bärtschi

Eine der vorläufig letzten grossen Überschwemmungen in der Grenchner Witi ereignete sich vor genau 150 Jahren. Das Wasser stieg 1868 derart hoch an, dass die Staader Bauern gezwungen waren, ihr Vieh auf den Dachböden ihrer Häuser in Sicherheit zu bringen.

Wenn die Bewohner von Staad in Gefahr waren, pflegten sie ihre Flinten zu laden und abzuschiessen. Auf diese Weise teilten sie einer weiteren Umgebung mit, dass sie in Not waren. Auch 1868 kamen ihre nächsten Nachbarn, die Archer, zu Hilfe.

In unserer Gegend, landschaftlich eine Fortsetzung des bernischen Seelandes, lernten die Menschen, mit Überschwemmungen zu leben. Die Chroniken sind voll mit Berichten zu diesem Thema. Am 7. September 1853 zum Beispiel klagte das «Solothurner Blatt»: früher habe man sich darauf verlassen können, dass die Aare nur alle 10 bis 12 Jahre über die Ufer trete und Schaden anrichte. Jetzt sei es die Regel, dass dieses Ereignis jährlich mehrmals eintrete.

Das Jahr 1868 ist für die Region von ganz besonderer Bedeutung. In diesem Jahr begann man mit den Arbeiten im Rahmen der Juragewässer-Korrektion. Diese ist eng verbunden mit der Person von Dr. Johann Rudolf Schneider. In den Jahren zwischen 1962 und 1973 folgte die zweite Juragewässer-Korrektion. Heute spricht man gar von einer dritten Auflage. Dank der Juragewässer-Korrektion konnte das nutzbare Land durch die Landwirtschaft besser genutzt werden. (rww)

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