Gestern ging in Grenchner Schulen der letzte Schultag über die Bühne, und damit beginnt nun offiziell die Ferienzeit. Die Zeit also, in der man leckere Glacen geniesst und sich in der Aare, der Badi oder im Bielersee eine Abkühlung gönnt. Die Zeit, in der die Strassen der Uhrenstadt grösstenteils ausgestorben sein werden und auch die Politik sich für mehrere Wochen verabschiedet. Es ist die Zeit, in der viele wegfahren oder –fliegen, zumeist, wie man meint, in den heissen Süden ans Meer.

Bummelt man durch die Strassen und fragt Grenchnerinnen und Grenchner nach ihrer Feriendestination, so trifft man jedoch erstaunlich viele an, die in der Nähe bleiben. «Ich gehe auf den Jaunpass», erklärt eine Grenchnerin. Und eine andere Uhrenstädterin gibt an, im August den Nationalpark Graubündens zu besuchen. «Im Juli werde ich häufig an der Aare und auf dem Berg anzutreffen sein», verrät sie weiter. Auch das Paar Habegger-Bütikofer, das seit dreissig Jahren zusammenlebt, bleibt in der Schweiz. «Wir werden von Grenchen aus operieren und Tagesausflüge im Land und dem nahen Ausland unternehmen», sagt Habegger.

Es gibt jedoch auch Grenchner, die ihre Ferien früher gebucht und eine recht weite Strecke innert kurzer Zeit zurückgelegt haben. So Barbara Kohl, die zusammen mit ihrer Schwester innerhalb von sechs Tagen von Italien nach Frankreich und weiter nach Spanien gereist ist. Und dann gibt es auch diejenigen, die ihre Ferien erst Ende Sommer in Angriff nehmen. «Dann sind die Temperaturen angenehmer. Wir werden im September nach Moraira, Spanien, fahren.» Dies hat bei den Saners, die seit 55 Jahren verheiratet sind, eine lange Tradition: «Bereits seit 40 Jahren gehen wir dorthin», erklärt Herr Saner, wobei seine Frau fröhlich und augenzwinkernd hinzufügt: «Es ist auch der schönste Ort in Spanien.»

Zu hoffen ist einfach, dass das Wetter in diesem Sommer mitmacht, so, wie es die letzten Tage der Fall war. Der Dauerregen möge fernbleiben. Alle Bauern und damit auch die Bauern von Grenchen, Staad und Bettlach freuen sich ebenfalls sehr über die Sonne. Sie haben nun alle Hände voll zu tun. Der Regen hat ihnen enorme Schäden eingebracht, auch konnten gewisse Arbeiten, wie das Heuen, nicht verrichtet werden. Geheut wird normalerweise viel früher. So bleibt kaum bis gar keine Zeit für anderes. Auch die Gastro-Betriebe konnten durch das schöne Wetter der vergangenen Woche etwas aufatmen. Und nicht zuletzt können sich alle freuen, die am Sandloch-Fest mit dabei sein werden, denn laut Prognose wirds heute sonnig bei 30 Grad.