Heli-Weekend
Von den mächtigen Drehflüglern in Grenchen fasziniert

Helikopter zum Anfassen: Diesem Motto blieb der zur Tradition gewordene Anlass des Heli-Weekends zum 5 Mal. auf dem Regionalflughafen Grenchen treu. Die Besucherinnen und Besucher genossen es sichtlich so nahe an die Helikopter zu treten.

Peter Brotschi
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Impressionen vom Heli-Weekend auf dem Flughafen Grenchen

Hanspeter Bärtschi

Viele Väter wandelten sich zu Helikopter-Spezialisten und erklärten ihren staunenden Sprösslingen das Ding mit den drehenden Blättern. Die Piloten und Mechaniker standen bei ihren Maschinen und gaben bereitwillig Auskunft, auch wenn zum hundertsten Mal die gleiche Frage kam.

Während die Besucherinnen und Besucher zwischen den Helikoptern bummelten, starteten und landeten auf der Nordpiste die Maschinen von Heli-West zu Rundflügen. Bereits am Samstagabend standen 325 Passagiere in den Listen. Die kurzen Flüge geben den Piloten willkommene Trainingsmöglichkeiten und die Passagiere haben die Möglichkeit, ihre Heimat ein paar Minuten lang mal aus der Vogelperspektive zu sehen.

Ein gelungenes Jubiläum

Zivile und militärische Aviatik gehen in der Schweiz oft Hand in Hand. So feierte die Lufttransportstaffel 5 der Schweizer Luftwaffe am Heli-Weekend ihr 50-jähriges Bestehen. Nach der ersten Vorführung des Super Pumas waren nicht mehr die Triebwerke und Rotoren zu hören, sondern Melodien aus den Instrumenten eines Ensembles der Militärmusik des Heeres Ost. Im altehrwürdigen Hangar des ehemaligen Farner-Flugzeugwerks und heutigen Firma Aircraft Service Grenchen waren Abertausende von Flugstunden versammelt in den Personen von ehemaligen und aktiven Piloten der Lufttransportstaffel 5.

Der Grenchner Swiss-Pilot Rolf Stuber, der im Militärdienst in der Lufttransportstaffel 5 den Super Puma fliegt, begrüsste die aus der ganzen Schweiz angereisten Gäste. Den Blick zurück in die Vergangenheit machten sowohl Stadtpräsident Boris Banga wie auch der Festredner, alt Bundesrat Samuel Schmid.

«Das Wirksamste ist das Beispiel, nicht das Papier»

Während Banga auf die Geschichte und Bedeutung des Regionalflughafens einging, tat Schmid gleiches mit der militärischen Helikopter-Aviatik: «Das Wirksamste ist das Beispiel, nicht das Papier», zitierte Schmid philosophische Worte zum Fehlen eines Geschichtsbuches über den Schweizer Lufttransport.

Durchaus zur Erheiterung des Publikums zitierte er aus den Tagebüchern der Staffel 5. Grenchen war nicht nur der Helikopter-Hauptort an diesem Wochenende, sondern viele der heute zum Teil über achtzigjährigen ehemaligen Militärpiloten lernten auf diesem Flugplatz das fliegerische Handwerk.

Maschinen hautnah erleben

RUAG Aerospace zeigte, welche Berufe in der Luftfahrt erlernt werden können. Das Unternehmen mit Hauptsitz am Militärflugplatz Emmen bietet jungen Menschen gute Chancen zum Einstieg in die Luftfahrtbranche. Als viel bestauntes Anschauungsmaterial haben die RUAG-Verantwortlichen unter anderem ein Triebwerk des Kampfjets F-5 Tiger nach Grenchen gebracht.

Ein Magnet war der Sikorsky CH-53G des deutschen Heers. Über die am Boden liegende Heckrampe konnten die Besucher ins Innere des grossen Helikopter spazieren und im Einbahnverkehr hinter dem Cockpit wieder ins Freie. Die Besatzungsmitglieder sprachen über ihre Einsätze, die sie schon mal nach Afghanistan führen. Zwischendurch starteten sie das Hilfstriebwerk und zeigten den Leuten, wie die Rotorblätter zusammengelegt und der Heckrotor abgekippt werden konnten.

Zufriedene und begeisterte Besucher

Jürg Möri, der dem Organisationsteam vorstand, zeigte sich sehr zufrieden: «Die Bevölkerung hat wieder einmal mit den Füssen abgestimmt, wie wichtig der Flughafen ist.» Das Heli-Weekend sei nun mit dieser erfolgreichen fünften Ausgabe fest im Veranstaltungskalender des Flughafens verankert. «Man hat nur zufriedene und begeisterte Leute gesehen», so Möri. Auch habe es keine Sicherheitsprobleme gegeben: «Die Leute haben jederzeit die Anweisungen des Flugpersonals respektiert.»