«Sind die Bälle schon da? Noch nicht? Die sollten aber heute noch mit dem Zug kommen. Vergesst nicht: Auf 0,5 bar aufpumpen und über Nacht in den Kühlraum stellen.» Bei Turnierdirektor Sascha Ruefer klingelt das Telefon schon wieder. «Wann wollten Sie das liefern? Geht gar nicht, muss heute noch geliefert werden.» Der Rasen, auf dem heute Abend das erste Spiel ausgetragen wird, ist tiefgrün und noch gesperrt.

Auch die Linien sind noch nicht gezogen. «Wir haben extra einen Rasenmäher mit Mann aus Basel gemietet, der machte in den letzten Tagen nichts anderes, als mehrmals täglich den Rasen zu mähen.» Dazwischen wurde immer wieder gewässert. Ein Spezialdünger wurde eingebracht. «Dieser Rasen war noch nie so gut vorbereitet und er hat Euro-Qualität», sagt Ruefer.

Helfer aus der ganzen Schweiz

14 Tage lang haben die unzähligen Helfer der Stadtverwaltung und des Schmelziheimes im und ums Stadion gewirkt und alles auf Vordermann gebracht. Am Mittwoch und Donnerstag wurden die letzten baulichen Massnahmen vollzogen, das VIP-Zelt und die Zelte im Gastrobereich fertiggestellt. Die Swisscom kam am Mittwoch, um die Internetleitungen für die zahlreichen, akkreditierten Journalisten bereitzustellen.

Das Helfer-Village wurde neben dem Stadion aufgebaut. Es wird den 396 Helfern aus der ganzen Schweiz während des ganzen Uhrencups als provisorisches «Zuhause» dienen. «221 Helfer sind pro Spieltag im Einsatz, wir haben Leute von überall her: Zum Beispiel sind acht Leute des FC Gunzwil/Eich aus dem Luzernischen mit dabei, sensationell!», meint Ruefer. Vor ein paar Tagen hatte er selber zwei Helfer-Instruktionen abgehalten.

Natürlich seien viele nicht das erste Mal dabei, aber dennoch seien einige Änderungen zu den letzten Jahren vorgenommen worden. So habe man zum Beispiel ein Flip-Flop-Verbot für die Helfer ausgesprochen. «Das hat vor allem einige Frauen etwas gestört, aber es ist uns wichtig, dass die Helfer feste Schuhe tragen.» Auch gilt ein strenges Rauchverbot und jeder Helfer, jede Helferin musste eine Charta unterzeichnen, in der bestimmte Verhaltensregeln festgelegt sind.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Buvetten und Verpflegungsstände wurden aufgebaut, Sektorabtrennungen montiert, um rivalisierende Fans voneinander fernzuhalten. «Ausschreitungen ausserhalb des Stadions können wir nicht verhindern, das ist auch nicht unsere Aufgabe. Aber im Stadion müssen wir alles Erdenkliche unternehmen, um die Sicherheit zu gewährleisten», sagt Ruefer. Die Auflagen seien hoch und der Druck enorm. «Alles schaut nach Grenchen: Die Liga, die Fussballklubs, alle sind wegen der Hooligan-Problematik sensibilisiert, für die wir eigentlich nichts können.»

Donnerstagnacht um 24 Uhr musste alles fertig sein, am letzten Tag ging es nur noch ums letzte Fein-Tuning. Etliche Leute aus dem OK haben extra für den Uhrencup Ferien eingegeben. Für das Uhrencup-Büro wurde dieses Jahr ein spezieller Doppelstockbus organisiert. Die Arbeit kann dort wesentlich effizienter vonstattengehen und man kommt sich nicht mit dem FC Grenchen in die Quere.

Gäste aus Berlin eingetroffen

Die ersten Mannschaften sind bereits eingetroffen. Herta bezieht heute ihr Quartier im Ramada Solothurn. Der FC Solothurn gewährt den Berlinern Gastrecht, und die Trainings, die sie übers Wochenende dort absolvieren, sind öffentlich. Heute Abend bestreiten sie die Premiere gegen die Young Boys. Am Montag werden die Mannschaften dann offiziell von der Stadt Grenchen empfangen. «Das Spezielle daran: Alle Präsidenten der Klubs sind anwesend, das gab es noch nie», sagt der Turnierdirektor. «Wir freuen uns auf spannende Spiele, und ich persönlich freue mich auf den Moment, wo ich auf der Mittellinie stehe und mich beim Publikum bedanken darf», sagt Ruefer. Und schon klingelt sein Handy wieder.