Am Wochenende wurde die Ludothek Grenchen wiedereröffnet. Interessierte konnten bei einem Apéro das Angebot kennen lernen und sich beraten lassen. Heute ist die Ludothek zum ersten Mal ordentlich geöffnet. Über dreissig Personen feierten die Wiedereröffnung der Ludothek Grenchen in der Villa Kunterbunt.

Unter den Anwesenden befand sich auch Edith Suter, die 1979 zusammen mit Josef Arnold den Spielverleih Grenchen ins Leben rief. Stadtpräsident Boris Banga richtete eine Grussadresse an die Gäste und das Ludothek-Team.

Ein breites Angebot

Beim Anlass wurde den Besuchern das breite Angebot in den zwei Räumlichkeiten vorgestellt. So hatten die Kinder zusammen mit ihren Familien die Möglichkeit, sich die Spielzeuge anzusehen und diese auszuprobieren. Besonders angetan hatten es den Kleinen unter anderem die Fahrzeuge, mit denen sie durch den Gang oder draussen vor dem Kindergartengebäude tourten.

Da gab es so mancherlei zu betrachten wie Holzvelos, einen Plastiktraktor und ein Trottinett. Vor allem der «Holländer», ein fahrradähnliches Gefährt, wurde vor der Schliessung der Ludothek vielfach ausgeliehen. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, bei dem man zum Vorwärtskommen mit den Armen das Lenkrad nach vorne stossen muss. Aber ebenso die DVDs genossen Beliebtheit, sodass am Eröffnungsanlass auch die ersten ausgeliehen wurden.

Für jede Saison

Das Sortiment der Grenchner Ludothek richtet sich an Halbjährige bis Neunjährige. Neben Fahrzeugen und DVDs sind unter anderem ebenfalls diverse Brettspiele, Lernsoftware, eine Verkleidungskiste, ein Fallschirm und ein Trampolin zu finden.

Dabei bietet der Spielverleih für jede Saison Spielwaren für drinnen wie draussen an. So wurde beispielsweise in der Vergangenheit über den Sommer am meisten der «Aquaplay» ausgeliehen, eine auffüllbare Wasserbahn mit Schiffchen, Pumpe und Mühlrad.

«Spielen ist für Kinder wichtig»

Den beiden Leiterinnen Louise Culmone und Marianne Nyfeler ist es ein Anliegen, den Kunden neuwertige Spielzeuge mit Qualität zu bieten, die für wenig Geld ausleihbar sind. Dabei schaffen sie auch teurere Gegenstände an wie den «Holländer» oder das Trampolin. Ebenso können Kunden Anträge für Neuanschaffungen stellen. Ihr Sortiment kann von 2 Franken bis zu 10 Franken für vier Wochen mit nach Hause genommen werden, und bei Bedarf kann man die Ausleihe noch verlängern.

Wichtig ist für die beiden Frauen, bewusst zu machen, dass Spielen für Kinder mit Familie und Freunden von Bedeutung ist: «Sozialer Kontakt ist wichtig, und ein Kind muss zum Beispiel lernen, mit Niederlagen umzugehen. Das geht sehr gut durch das Spiel mit Familie oder Freunden», erklärt Louise Culmone. Und Marianne Nyfeler fügt noch hinzu: «Durch Spielen haben die Kinder auch die Möglichkeit, rauszugehen und sich zu bewegen.»

Seit über 30 Jahren

Der Begriff «Ludothek» kommt aus dem Lateinischen «ludere», was «spielen» bedeutet. Weltweit gibt es diese Spielverleihe. Die Ludothek der Uhrenstadt wurde vor über 30 Jahren im UNO-Jahr des Kindes gegründet, um Familien zu ermöglichen, billig gute Spiele benutzen zu können. So konnten auch Familien mit wenig Geld profitieren.

Louise Culmone ist seit 1989 dabei und Marianne Nyfeler seit beinahe zehn Jahren. Zusammen betreuen sie nun die Ludothek. Vergangenen Dezember wurde die «Ludothek» aus finanzieller Notlage vorübergehend geschlossen und ihr Schicksal ungewiss. Der Stadt war es jedoch ein Anliegen, sie weiter für Grenchen zu gewährleisten, sodass sie beschloss, sie zu unterstützen und eine Wiedereröffnung und Weiterführung zu ermöglichen.