Unternehmerpreis Solaprix
Vier Preisträger für landwirtschaftlichen Unternehmerpreis stehen fest

Der Solothurner Bauernverband will mit einem landwirtschaftlichen Unternehmerpreis unternehmerisches Denken und Handeln in der Landwirtschaft fördern. Nun hat er die Gewinner im Bereich wirtschaftliche und nachhaltige Milchproduktion bekannt gegeben.

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Jürg Knörr, Nennigkofen
10 Bilder
Ansicht des Rindviehstalls Knörr, rechts das Fahrsilo
Unternehmerpreis Solaprix
Monika und Reto Flury, Aeschi
Betrieb Flury in Aeschi mit Futtersilos und Viehstall mit Solaranlage
Herbert Schluep und Erika Bader, Nennigkofen
Liegebereich und Laufhof des Stalles Schluep
Lorenz Kissling, Hägendorf
Kühe der Tierhaltungsgemeinschaft Kissling auf der Weide
 Jury Andreas Vögtli, Büren SO; Esther Gassler; Roland Fürst, Gunzgen (vlnr)

Jürg Knörr, Nennigkofen

Zur Verfügung gestellt

Die Träger des Landwirtschaftlichen Unternehmerpreises zum Thema wirtschaftliche und nachhaltige Milchproduktion sind nun bekannt. Die Jury hat an ihrer Sitzung vom 8. August 2011 die vier Gewinner nominiert. Es sind dies Jürg Knörr aus Nennigkofen, Herbert Schluep aus Nennigkofen, Reto Flury aus Aeschi und Lorenz Kissling aus Hägendorf.

Der Solothurner Bauernverband (SOBV) sieht im Solaprix Motivation in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld, seine Produktionstechnik und die Betriebsführung zu überprüfen und zu verbessern, teilt er heute mit.

Wirtschaftlich und nachhaltig

In der Jury sassen Regierungsrätin Esther Gassler, der Direktor der Solothurnischen Handelskammer, Kantonsrat Roland Fürst aus Gunzgen und der Landwirt Andreas Vögtli aus Büren. Sie gewichtete nebst den wirtschaftlichen Kriterien auch die Nachhaltigkeit. Dabei wurden die Bereiche Umwelt, Tierwohl, Arbeitswirtschaft, Betriebszukunft und Kraftfuttereinsatz einbezogen.

Die Preisvergabe und die Bekanntgabe der Rangierung erfolgt am Wallierhoftag vom 28. August 2011.

Die Projekte im Überblick:

Oben Sonne unten Milch

Im Boxenlaufstall von Reto und Monika Flury in Aeschi stehen 40 schwarzweisse Holsteinkühe. Angestrebt wird eine hohe Milchleistung, so können die anfallenden Kosten auf mehr Milch verteilt werden. Die direkt zuteilbaren Kosten sind so etwas höher. Allerdings können die Gebäude-, Arbeits- und Mechanisierungskosten auf mehr Milch verteilt werden, was unter dem Strich ein gutes Resultat ergibt. Auch hier vermindern die Mistschieber den Ammoniakverlust. Auf dem Dach des Milchviehstalles wird übrigens noch Solarenergie gewonnen.

Rund laufender Aussiedlungsbetrieb

Jürg Knörr bewirtschaftet mit seiner Familie einen Aussiedlungsbetrieb in Nennigkofen. Gehalten werden 36 Fleckviehkühe in einem Boxenlaufstall. Das Futter wird vor allem als Silage im Flachsilo gelagert. Dank gutem Management und niedrigen Kosten erzielt der Betrieb gute wirtschaftliche Resultate. Wert wird auch auf die Umwelt gelegt. Dank den Entmistungsschiebern wird weniger Ammoniak an die Umwelt abgegeben.

Einfache Fütterung im Gemeinschaftsstall

Zusammen mit einem Partner betreibt Lorenz Kissling in Hägendorf eine Tierhaltungsgemeinschaft. Damit wird der Stall sehr gut ausgelastet und für die Beteiligten kann der Arbeitsaufwand stark gesenkt werden. Ins Auge sticht das einfache Fütterungssystem. Das Silofutter wird mit einem Gerät im Flachsilo in Blöcke geschnitten. Diese Blöcke werden direkt im Stall den Kühen vorgelegt. So entfällt schwere körperliche Arbeit und die Kühe haben immer Zugang zu frischem Futter.

Biomilch im umgebauten Anbindestall

Herbert Schluep und Erika Bader bewirtschaften in Nennigkofen einen vielseitigen Biobetrieb mit Milchwirtschaft, Ackerbau und einem Maishotel. 2002 wurde der Anbindestall umgebaut in einen Laufstall mit Tiefstreue für 30 Kühe. Interessant ist der Mix zwischen Alt und Neu. So werden die Kühe im bestehenden Anbindestall gemolken und erhalten hier einen Teil der Ration. Im Sommer geht es danach auf die Weide im Winter auf den Laufhof, wo die Montbeliardkühe den Rest des Futters bekommen. Die Fütterung erfolgt via Raufen, so dass der Arbeitsaufwand nicht so gross ist.

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