Tierquälerei

Veterinärdienst unter Beschuss

«Die Katzen sahen schrecklich aus», sagt eine Augenzeugin.  Fotos: zvg

«Die Katzen sahen schrecklich aus», sagt eine Augenzeugin. Fotos: zvg

Vergangene Woche wurde bekannt, dass in einer Gemeinde in der Nähe von Grenchen Hunde in einem Keller in Transportboxen gehalten wurden. Inzwischen werden vonseiten der Tierschützer Vorwürfe an den Kanton laut.

Denn obwohl der Fall an einem Donnerstag gemeldet worden war, kontrollierte der Veterinärdienst den Betrieb erst am darauf folgenden Montag. «Gleich am Donnerstag hatten wir die Mitarbeiter des Veterinärdienstes gebeten, die Angelegenheit zu überprüfen», sagt Doris Siegfried vom Tierschutzverein. Offenbar habe es zu wenig interessiert. «Sie meinten, sie hätten keine Zeit und kämen dann später.» Bereits vor drei Jahren war der Tierschutz deshalb bei Departementsvorsteherin Esther Gassler vorstellig geworden. Erfolglos.

Die Präsidentin des Tierschutzvereins, Barbara Banga, ergänzt auf Anfrage: «Die Zusammenarbeit ist nicht zufriedenstellend. Wir melden nur Fälle, die wir als wirklich schlimm erachten. Da muss rasch gehandelt werden.» Auch die Kommunikation wird kritisiert. Der Kanton gibt aufgrund von Datenschutz keine Informationen frei. «Wir erfahren nie, was mit einem Fall geschieht, den wir gemeldet haben. Wir wissen nicht, ob und welche Massnahmen ergriffen werden.»

Ausserdem müsse der Veterinärdienst härter durchgreifen, beispielsweise mit Hundehalteverboten. Dem Verein fehlt Sanktionsgewalt. Er will nun unter Umständen erneut beim Kanton vorstellig werden. Offenbar haben sich auch schon andere Personen beim Kanton gemeldet. Wie Banga erklärt, offenbar deshalb, weil auch in anderen Fällen nur zögerlich reagiert wurde. (fup)

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