Weggang

Vertrag gekündigt: Für den Obergrenchenberg wird neuer Pächter gesucht

Der Landwirtschaftsbetrieb samt Berggasthof auf dem Obergrenchenberg ist zu haben.

Der Landwirtschaftsbetrieb samt Berggasthof auf dem Obergrenchenberg ist zu haben.

Per Ende April 2019 kündigt die Pächterfamilie Annemarie und Alfred Schmidig ihren Vertrag zum Berghof und Restaurant Obergrenchenberg. Gründe für den Weggang werden derzeit nicht genannt.

Nach zwölf Jahren Pacht auf dem Berghof Obergrenchenberg haben sich Annemarie und Alfred Schmidig entschlossen, den Pachtvertrag mit der Bürgergemeinde Grenchen für den Landwirtschaftsbetrieb und das Bergrestaurant per Ende April 2019 aufzulösen.

Annemarie Schmidig bestätigt auf Anfrage entsprechende Informationen dieser Zeitung. «Ja, wir werden den Obergrenchenberg im nächsten Frühjahr verlassen», sagt Schmidig. Über die Gründe des Weggangs möchte sie sich nicht äussern, auch über ihre Pläne danach könne sie zurzeit noch nichts sagen, meint Schmidig.

Vierköpfige Familie

Bekannt ist, dass Annemarie Schmidig krankheitshalber eine Zeit lang kürzertreten musste. Sie ist für den Restaurantbetrieb, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut, zuständig und ihr Mann Alfred für die Führung des Landwirtschaftsbetriebs. Die beiden haben zwei Söhne, wovon der ältere sich zurzeit zum Landwirt ausbilden lässt. Mehr über die möglichen Gründe des Wegzugs von Familie Schmidig ist von Bürgergemeindepräsident Franz Schilt zu erfahren. «Zuerst muss ich sagen, dass ich diesen Wegzug sehr bedaure. Unter ihrer Ägide ist es auf dem Oberberg sehr gut gelaufen», schickt Schilt voraus.

Er habe aber auch Verständnis für den Entscheid. Denn letztes Jahr hätten Schmidigs bei der Bürgergemeinde den Antrag gestellt, ob man die Pacht von Restaurant und Landwirtschaft trennen und sie sich auf die Führung des Landwirtschaftsbetriebs konzentrieren könnten. «Wir haben das im Bürgerrat diskutiert und mussten in der Folge eine negative Antwort geben», erklärt Schilt.

Einerseits, weil die Betriebsgrösse für zwei Pächter zu klein sei, anderseits – «und das ist der entscheidende Grund, gibt es auf dem Oberberg gar nicht den Wohnraum für zwei Familien bzw. Parteien», erläutert der Bürgergemeindepräsident. Man werde somit die Pacht für den Berghof und das Restaurant neu ausschreiben.

Auch Stierenberg ist zu haben

«Die Situation könnte für uns sogar gewisse Vorteile haben, weil wir nun gleich zwei Berghöfe samt Restaurant zur Verpachtung anbieten können», erklärt Schilt weiter und erinnert daran, dass Peter Kuhn, Pächter des Stierenbergs, in Pension geht. Diese Pacht sei bereits ausgeschrieben.

Er sei zuversichtlich, dass man für beide Betriebe einen Pächter finde. Es gebe immer Bauern, welche vom Talbetrieb in die Berglandwirtschaft wechseln und auch die Berggasthof-Gastronomie sei beliebt. Die Bürgergemeinde hat drei Berghöfe, alle drei mit angegliedertem Restaurant.

Eine gewisse Verunsicherung für die Landwirtschaft auf dem Berg bedeutet der Entscheid über den Windpark. Dies weil nicht klar ist, ob als Ersatzmassnahme die Bereitstellung von zusätzlichen (nicht bewirtschafteten) Ausgleichsflächen verordnet wird.

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