Im April ist die Firma GA Technologie GmbH in das Fabrikgebäude der ehemaligen Motorenwicklerei Kuster an der Girardstrasse eingezogen. Das Gebäude ist allerdings nicht mehr dasselbe. In den letzten eineinhalb Jahren wurde es komplett ausgehöhlt und von innen neu aufgebaut.

Faktisch ist das zehnköpfige Team um die beiden Jungunternehmer Thomas Scheurer und Remy Schneider jetzt in einem Showroom tätig, der den «State of the Art» der heutigen Gebäudetechnik, bzw. -automation darstellt: Geheizt und gekühlt wird mit drei Erdsonden, alle Räume sind mit versenkten LED-Ketten beleuchtet, Storen, Licht und mehr kann per Touch Screen bedient werden, aber auch via Smartphone übers Internet von irgendwo her.

Vieles selber gemacht

«Wenn wir schon in dieser Branche tätig sind, wollen wir auch anhand unserer Firmenräume zeigen, was alles möglich ist», erklärte Thomas Scheurer am Mittwoch anlässlich eines Besuchs von Stadtpräsident François Scheidegger und Wirtschaftsförderin Karin Heimann bei der neu angesiedelten Firma. Speziell dabei ist, dass die Mitarbeiter grosse Teile des Umbaus selber getätigt haben.

Fertig ist man noch nicht, doch zumindest komme in den nächsten Tagen das Baugerüst weg, heisst es. Etwas Besonderes habe man sich auch bei der Aussenbeleuchtung des Gebäudes einfallen lassen. Vorgesehen sei, dass diese etwa alle 20 Minuten die Farbe ändert, wie dies heute dank LED-Technik problemlos realisierbar ist «Schön dezent, kein Bling-Bling», versichert Scheurer.

Szenenwechsel. Im Untergeschoss blinken dafür in einem Schaltkasten dutzende LEDs in allen Farben. Dicke Kabelstränge quellen aus der Decke hervor. Hier ist sichtbar, was Gebäudeautomation hardwaremässig bedeutet. Die vor fünf Jahren in Lengnau gegründete Firma beschäftigt sich aber hauptsächlich mit Planung und Software für die umfassende Vernetzung von grossen Gebäuden.

Die Realisierung der Projekte erfolgt durch die Bauhandwerker vor Ort. Zum Kundenkreis gehören Industrieunternehmen mit illustren Namen (Ruag, Novartis), Coop, Mc Donald’s oder das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL). Auch immer mehr Spitäler greifen auf das Fachwissen der Grenchner zurück, da dort die Gebäudetechnik ganz besonders anspruchsvoll ist.

Schliesstechnik, Videoüberwachung, Heizung und Klimatisierung, Beleuchtung, Beschattung, Kommunikation, heissen einige der Bereiche, welche heute zentral gesteuert werden können. Die Heizung kann dabei für optimale Resultate auch schon mit dem Wetterbericht zusammenarbeiten.

Der Computer als Hauswart

Die Abwarte solcher moderner Hi-Tech-Bauten brauchen natürlich spezielle Schulung, die sie bei GA Technologie auch bekommen, wie Scheurer versichert. «Ihre Arbeit wird auch einfacher, denn vieles, was man früher von Hand einstellen musste, übernimmt heute der Computer.»

Und wenn einmal gar nichts mehr geht, sei man dank dem Pikettdienst schnell zur Stelle. Doch auch hier hilft die Vernetzung. Eine Diagnose von Problemen kann oft übers Internet vorgenommen werden.