Ausrangierte, als Schafställe umgenutzte und verlotterte Baucontainer, längst abgestellte Landmaschinen, durch deren Gestänge die Bäume wachsen. Das Areal westlich des Lengnauer Bahnhofs neben dem ehemaligen Landi-Schopf ist keine Visitenkarte für das Dorf. «Ich hatte in den letzten Monaten keine Zeit, diese Sachen aufzuräumen, dann musste ich heuen», sagt der Mieter und Betreiber des Areals.

Wahrscheinlich ist ihm – wie den Maschinen – die ganze Sache nicht seit Monaten, sondern seit Jahren über den Kopf gewachsen. «Das ist Lengnau, das gehört zum Dorf, das ist irgendwie eine Idylle. Hier hat es Schmetterlinge und die Natur kann wachsen», sagt eine Passantin.

«Ein Schandfleck»

Dem kann Anwohner Fritz Käser nicht zustimmen. Das Areal sei ein Schandfleck und er sorge sich um den Eindruck, der damit von Lengnau vermittelt würde. Fritz Käser ärgert sich, dass hier nicht schon lange für Ordnung gesorgt wurde. «Wenn Leute zu Fuss vom Bahnhof ins Industriegebiet zur Arbeit gehen, laufen sie hier durch. Die Unterführung auf die Südseite des Bahnhofs ist auch nicht einladend. «Diese Unordnung ist eine schlechte Visitenkarte für unser Dorf», sagt Käser.

Er selber habe bereits einige Male beim Landeigentümer, der SBB, interveniert. Ohne Ergebnis. Die Einwohnergemeinde kann nicht intervenieren, da das Land nicht ihr gehört. Dafür wird die Schreibende vom Pächter auf das Fahrverbot aufmerksam gemacht. Zu weit auf das Grundstück gefahren.

«Besuchen Sie unsere neue Website – es lohnt sich», erfahren Anfragende beim Landeigentümer SBB AG, Immobilien, Bewirtschaftung Region Mitte. Auf die Anfrage kam die Antwort von der SBB-Medienstelle. Mit dem Pächter hätten schon mehrmals Begehungen vor Ort stattgefunden, um die Situation zu besprechen. Dieser sei schon mehrmals gemahnt und Fristen gesetzt worden. Im Übrigen sei nach jetzigem Stand der Verkauf des Gebietes per Sommer 2019 geplant. Der neue Eigentümer plane eine Arealentwicklung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Weiteres könne zu den laufenden Verhandlungen nicht gesagt werden.

Zudem sei der hindernisfreie Zugang zu den Geleisen für 2024 geplant. «Ich schicke den zuständigen Stellen meine Bilder vom seit Jahren dauernden Zustand beim Bahnhof als Erinnerung für verstrichene Fristen», sagt Fritz Käser. «Der Streichelzoo auf der Südseite der SBB-Linien, der war schlimm», sagt die Passantin, der das heutige Bild auf der Nordseite passt.