Verkehr
Kanton unterstützt neue Passerelle beim Grenchner Südbahnhof

Eine zusätzliche Fussgänger- und Velounterführung beim Grenchner Südbahnhof soll der Kanton per Agglomerationsprogramm unterstützen. Dies hat der Kantonsrat beschlossen.

Andreas Toggweiler
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Im Dezember 2019 reichten die Grenchner Kantonsrätinnen und Kantonsräte den Vorstoss für eine neue Unterführung ein.

Im Dezember 2019 reichten die Grenchner Kantonsrätinnen und Kantonsräte den Vorstoss für eine neue Unterführung ein.

Oliver Menge

An seiner Session von dieser Woche hat der Kantonsrat einen überparteilichen Vorstoss der Grenchner Kantonsräte einstimmig unterstützt. Diese hatten verlangt, dass der Regierungsrat beauftragt wird, zusammen mit den SBB und der Stadt Grenchen beim Bahnhof Grenchen Süd für den Fahrrad- und Personenverkehr eine Passage zur Querung der SBB-Linie Jurafuss zu realisieren.

Eine solche zusätzliche Verkehrsachse für den Langsamverkehr wird in Grenchen schon seit einiger Zeit gewünscht und diskutiert. Er würde einerseits die Sportzone und den geplanten «Campus Technik» beim Südbahnhof besser erschliessen, anderseits auch die Perrons der SBB, wo die Reisenden je nach Sitzplatz heute eine ganze Zuglänge bis zum Ausgang zu marschieren haben. Dies, weil sich die einzige Unterführung ganz im Westen des Perrons befindet.

«Es ist für eine Stadt von fast 18'000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein unhaltbarer Zustand, dass es für den Langsamverkehr über 160 Jahre nach dem Bau der Bahnlinie noch keine eigene Querung gibt», schrieben die Grenchner Kantonsparlamentarierinnen und -parlamentarier in ihrem Vorstoss.

Gut für Pendler und die Erschliessung der südlichen Stadt

Eine zusätzliche Unterführung oder Passerelle bedeute eine grosse Erleichterung für die täglichen Pendlerströme und eine verbesserte Erschliessung des grossen Industrieareals in Grenchens Südosten, der Bildungsinstitutionen BBZ, Zeitzentrum und höhere Fachschule für Technik Mittelland (hftm), meinte etwa SP-Sprecher Remo Bill anlässlich der Behandlung des Vorstosses im Kantonsrat. Auch die Sportzone und der Zugang zum Park+Ride am östlichen Ende des Perrons werde erleichtert.

Der Regierungsrat hatte sich bereit erklärt, den Auftrag entgegenzunehmen, allerdings mit einigen Abstrichen. Die Zuständigkeit für die Realisierung eines solchen Vorhabens liege nicht beim Kanton, schreibt das Baudepartement. Bei der vorgeschlagenen neuen Unterführung handelt es sich um ein gemeinsames Vorhaben der Standortgemeinde und des entsprechenden Transportunternehmens, in diesem Fall die SBB.

Kanton eigentlich nicht zuständig

Gemäss dem aktuellen Strassengesetz sei die Zuständigkeit des Kantons betreffend die Fahrrad- respektive Velowege beschränkt auf die Bereitstellung der Velowege entlang von Kantonsstrassen. Dies gelte sinngemäss auch für Fusswege und damit auch für Fahrrad- und Personenunterführungen.

Der Kanton kann sich jedoch vorstellen, die Fahrrad- und Personenunterführung in das Agglomerationsprogramm Grenchen zu integrieren. «Als Teil des Agglomerationsprogramms könnten unter Umständen Bundesmittel zur entsprechenden Verbreiterung der Unterführung beantragt werden», heisst es.

Dazu sei ein Entwicklungs- und Erschliessungskonzept für das Einzugsgebiet der neuen Querung erforderlich. Ohne ein solches werde sich der Bund wohl kaum finanziell an einer neuen Unterführung beteiligen.

Erst im übernächsten Agglomerationsprogramm

Aufgrund der «zu geringen Planungsreife» empfiehlt der Kanton, das Vorhaben im Rahmen des Agglomerationsprogramms nicht schon in der 4. Generation (2024–2027), sondern «erst mit einem überzeugenden Gesamtkonzept für die ÖV-Drehscheibe Grenchen Süd» in der 5. Generation (2028–2031) beim Bund einzureichen.

In diesem Sinne zeigte sich die Regierung bereit, den Auftrag in folgender Ausformulierung entgegenzunehmen: «Der Regierungsrat wird beauftragt, unterstützend darauf hinzuwirken, dass im Rahmen des Agglomerationsprogramms Grenchen, zusammen mit der Stadt Grenchen und der SBB, ein Gesamtprojekt zur Weiterentwicklung des Bahnhofgebietes aufgenommen wird, welches eine Fahrrad- und Personenunterführung zur Querung der SBB-Linie Jurasüdfuss enthält.»