Am Mittwoch hat in den Räumen der Fabrik an der Lindenstrasse eine Gläubigerversammlung der angeschlagenen Uhrenfirma Fortis stattgefunden. Dazu waren lediglich Parteien zugelassen, denen die Firma Geld schuldet. «An der heutigen Gläubigerversammlung wurden die Gläubiger über die Situation der Fortis Uhren AG informiert.

Daneben wurde über die Formulierung des Nachlassvertrages verhandelt und die Organe im Rahmen einer möglichen Nachlassliquidation bestimmt», heisst es in einer Mitteilung von Sachwalter Andreas Feuz.

In den Gläubigerausschuss wurden Regula Ritter, Philipp Looser und Urs Portmann gewählt und als Liquidator Fürsprecher Andreas Feuz. Sollte der Nachlassvertrag zustande kommen, was davon abhängt, ob die nötigen Quoren erreicht werden und das Nachlassgericht ebenfalls zustimmt, werde Fortis «nach dem Verkauf von Aktiven und Marke unter Weiterführung der Arbeitsverträge weiterbetrieben werden», wie es weiter heisst.

Gut 30 Gläubiger

«Auf dieses Ziel arbeiten wir hin», erklärte Feuz auf Anfrage. Ins Verfahren sind gut 30 Gläubiger involviert. Damit ein Nachlassvertrag vom Richter genehmigt werden kann, müssen die Hälfte der Gläubiger mit zwei Dritteln der Forderungen einverstanden sein. Damit kann ein Konkurs abgewendet werden. «Definitiv kann darüber nach der Gerichtsverhandlung informiert werden, sobald die Nachlassstundung abgelaufen sein wird», erklärt Feuz. Dies wird am kommenden 20. Mai der Fall sein.

Ende November 2017 wurde bekannt, dass der Traditionshersteller in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Diese wurden damals als überwindbar dargestellt. Fortis wurde eine Nachlassstundung bis 20. Mai 2018 gewährt. Seither herrschte seitens des Unternehmens, das seit 2013 vom Österreicher Maximilian Spitzy geleitet wird, Funkstille.