Die Gebäude wurden letzten Herbst verkauft und erleben einen Niedergang sondergleichen. Der Besitzer lässt unter anderem den Lift nicht reparieren, obwohl Betagte im Haus wohnen.

Stadtpräsident François Scheidegger hat nun einen eingeschriebenen Brief an den Besitzer geschrieben. Er fordert darin diese «ultimativ auf, den Aufzug umgehend wieder instand stellen zu lassen». Die Mieterinnen und Mieter der mehrstöckigen Liegenschaft seien dringend auf einen Personenlift angewiesen. Gehbehinderte oder gesundheitlich angeschlagene Personen könnten ihre Wohnung nicht mehr verlassen. «Zudem müssten bei einem Notfall die Rettungssanitäter die betroffene Person über die Treppe transportieren. Damit verstreichen wertvolle Minuten, die Leben kosten können!» So weit die Warnung des Stapis.

Am Mittwoch wurde im Flur der Häuser schon mal aufgeräumt. Am Lift ist jetzt eine Affiche, in der die Verwaltung ankündet, die Teile seien bestellt und der Lift werde bald repariert. Eine weitere Mieterin, die seit 30 Jahren hier wohnt, meldete sich inzwischen auf der Redaktion. «Ich bin froh, dass Sie die im Sorag auftretenden Missstände publik gemacht haben - nur wird sich da wohl leider nichts mehr ändern», glaubt sie. «Die jetzigen Zustände zwingen mich, nach dieser langen Zeit eine neue Wohnung zu suchen.»

Immerhin: Um den Denner-Supermarkt im besagten Gebäudekomplex muss man sich offenbar keine Sorge machen. Er befindet sich noch immer im Besitz der Familie Ballabio, was auch so bleiben soll, wie man dort bestätigt. Man leide aber ebenfalls unter der zunehmenden Verwahrlosung des Umfelds. (at.)