Leberberger Instrumentalisten
Vereinsmitglied: «Der Dirigent hat das Orchester eher vernachlässigt»

Die Leberberger Instrumentalisten wurden aufgelöst. Wie es dazu kam, hinterlässt bei einigen einen schalen Nachgeschmack. Laut Vereinsmitglied Peter Loretz hat der Dirigent das Orchester nicht richtig geführt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Peter Loretz, Ansprechperson Orchester bei den ehemaligen Leberberger Instrumentalisten.

Peter Loretz, Ansprechperson Orchester bei den ehemaligen Leberberger Instrumentalisten.

mjw

«Wohl bemerkt: Der Präsident hat nichts Falsches gesagt, aber nicht alles, was dem besseren Verständnis dient». Das sagt Peter Loretz, Ansprechperson Orchester der «Leberberger» zur Auflösung der «Leberberger Instrumentalisten», die vergangene Woche publik wurde. «Was während vieler Jahre Bestand hatte und nun innert drei Jahren aufhört, hat deshalb bei den Berufsmusikern und Amateuren Unverständnis, Enttäuschung und Unmut hervorgerufen», so Loretz weiter.

Dass das Orchester aufgelöst wurde, stehe sicher nicht mehr zur Diskussion. Doch wie es dazu kam, hinterlasse bei manchem einen schalen Nachgeschmack.

Es gab Gründe

Klar, seien es am Ende nur noch wenig gewesen, die bei den Leberberger Instrumentalisten im Verein mitmachten, gibt auch Loretz zu. Doch er benennt die Gründe dafür: «Dirigent Markus Oberholzer, ein fachlich einwandfreier Dirigent, hat das Orchester eher vernachlässigt statt geführt. Er hätte sagen sollen, dass es ihm mit allen anderen Engagements einfach zu viel war, noch die ‹Leberberger Instrumentalisten› zu führen. Dann hätte man einen speziellen Orchesterdirigenten suchen können», ist Loretz überzeugt.

Generell sei er als Ansprechperson Orchester viel zu wenig und zu spät in die Beschlüsse des Vorstandes eingeweiht worden, kritisiert der pensionierte Zeichnungslehrer weiter. Ein Beispiel: «Nach den ersten beiden Konzerten verpflichtete Dirigent Markus Oberholzer für die eindrücklichen Aufführungen der noch weitgehend unbekannten Friedensmesse von Carl Jenkins ohne vorgängige Absprache mit den Musikern ein Profi-Orchester aus Deutschland.» Schliesslich sei es zu einem zweijährigen Auftrittsunterbruch der Instrumentalisten gekommen, für Loretz aus nicht nachvollziehbaren Gründen und der Todesstoss für die Instrumentalisten. Einige zuverlässige Berufsmusiker und Amateure verpflichteten sich deshalb bei andern Orchestern und hätten so nicht mehr zur Verfügung gestanden.

Loretz stört sich auch an dem quasi schon vor der Generalversammlung abgemachten Vorgehen zur Auflösung der «Instrumentalisten». «Der an der Generalversammlung aus dem Chor stammende Vorschlag, ‹unser› Orchester für das diesjährige Weihnachtskonzert als Abschluss zu seinem 40-jährigen Bestehen einzubeziehen, wurde nicht einmal im Ansatz in Erwägung gezogen. Und zwar deshalb, weil der Dirigent das gleiche Profi-Orchester bereits wieder verpflichtet hatte.» Es bleibe nun also nichts anderes, sich der Realität der Orchesterauflösung zu stellen.

Musikalisch und finanziell schwierig

Dirigent Markus Oberholzer mit diesen Vorwürfen konfrontiert, holt aus: «Es war einer der entscheidenden Gründe damals, als ich die ‹Leberberger› übernahm, dass hier ein Chor und ein Orchester zu führen waren. Diese Aufgabe reizte mich, doch hat die Realität gezeigt, dass mit noch vier Laien-Musikern die Konzerte finanziell nicht mehr zu schaffen waren. Zudem war musikalisch gesehen auch die Durchmischung von Laien und Profis bei diesem Verhältnis sehr schwer. Es waren also finanzielle Überlegungen, aber auch musikalische, die den Vorstand zum Auflösungs-Entschluss greifen liess.»

Dass die Ansprechperson Orchester zu spät über diverse Entscheide informiert worden sei, diesen Vorwurf weisen Oberholzer und Präsident André Hug klar zurück, umso mehr Loretz auch einige Zeit im Vorstand mitarbeitete.