Präsident Elias Meier bezeichnete das Berichtsjahr als ein turbulentes, welches viel juristische Arbeit, mehrere Verfahrensschienen, zahlreiche Nebenschauplätze und auch einige gemütliche Vereinsanlässe beinhaltete. Auf juristischer Ebene ist man vor allem an zwei Fronten aktiv. Einerseits hat man im Zonenänderungsverfahren Einsprache gegen den positiven Befund des Grenchner Gemeinderates bei der Solothurner Regierung erhoben.

Dieser Entscheid wird in Kürze erwartet. «Pro Grenchen» rechnet sich hier allerdings nicht allzu gute Chancen aus. In diesem Fall würde man die Einsprache an das Solothurner Verwaltungsgericht weiterziehen. Dort rechnet man schon eher mit einem positiven Bescheid. Andererseits hat man für 158 Einsprache-Führer eine Sammel-Einsprache zum eigentlichen Bauverfahren eingereicht. Auch hier erwartet man den erstinstanzlichen Entscheid (Bau-, Planungs- und Umweltkommission) vor den Sommerferien.

Im Weiteren orientierte Elias Meier über die erfolgreiche Forderung nach Offenlegung einer Risiko-Analyse bei einem allfälligen Scheitern des Projekts Windpark. «Das Risiko beläuft sich auf 28 Millionen Franken, welche notfalls von den Steuerzahlern getragen werden müssten», erklärte er der Versammlung.

Projekt «nicht tragbar»

In einem Gastvortrag referierte Matthias Rapp von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz über verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit Windkraftwerken. «Der Ausstieg aus der Atomkraft darf kein Ausstieg aus dem Natur- und Landschaftsschutz sein», machte er deutlich. Zum Projekt auf dem Grenchenberg meinte er, man müsse dies im Kontext mit anderen Projekten sehen. Eine Gesamtauslegung zeige, dass auch die Gemeinde Court auf dem Montoz Pré-Richard einen Windpark plane, welcher ebenfalls von Grenchen aus erschlossen werden würde. «Für uns ist das jetzige Projekt so nicht tragbar», schloss er.

Kassierin Rebekka Meier konnte eine Rechnung vorlegen, welche mit einem Gewinn von knapp 6'000 Franken abschliesst. Für das laufende Jahr ist wegen Rechtsanwalt- Honoraren und Verfahrenskosten erst einmal ein sattes Defizit von 13›500 Franken budgetiert. Rebekka Meier geht allerdings davon aus, dass sich diverse Natur- und Landschaftsschutzvereinigungen an den Kosten von 22 000 Franken beteiligen werden und so die Belastung für den Verein in erträglichem Rahmen sein wird.

Die Verantwortlichen von «Pro Grenchen» sind bestrebt, den Mitgliedern auch neben all den juristischen Verpflichtungen ein gehaltvolles Programm anzubieten. So stiess im letzten Herbst eine von Margaretha Lischer geführte Kräuterwanderung auf den Grenchenberg auf reges Interesse. Für dieses Jahr sind wiederum diverse Anlässe geplant. Der ehemalige Kantonsrats-Präsident Peter Brotschi wird in einem Bildvortrag Luftaufnahmen zeigen, welche die zunehmende Zersiedelung insbesondere des Mittellandes thematisieren.

Im Anschluss an die Generalversammlung zeigte Max Jaeggi, Leiter der Grünflächenpflege der Stadt Aarau, auf welchen Wert Bäume auch in Siedlungsgebieten aufweisen, und Elias Meier legte in einem ebenfalls spannenden und informativen Vortag dar, dass die Grenchner Gemeindegrenzen bereits in Römischer Zeit massgeblich vorgezeichnet wurden.