Der Aufwand von knapp 644 000 Franken resultierte anstelle des budgetierten Defizits von 20'000 Franken in einem Mehrertrag von 5000 Franken.

Präsident Ruedi Köhli begründete dies damit, dass kaum Stellvertretungen auf den Fachstellen nötig waren sowie durch Mehreinnahmen von staatlicher Seite. Finanziert wird der gesetzlich geregelte Auftrag von VEL von den Einwohnergemeinden des Kantons sowie den drei Landeskirchen.

Ehe- und Lebensberatung oft in Anspruch genommen

Die Arbeit der vier Fachstellen Breitenbach, Grenchen, Olten und Solothurn unter der Leitung von Hilde Spieler bewegte sich ausser bei der Familienplanung leicht unter dem Rahmen der Vorjahre. Bei der Ehe- und Lebensberatung fanden bei 983 Personen 1644 Beratungen statt. Dabei handelte es sich bei 290 Fällen um Neuaufnahmen.

Bei der Beratungsstelle für das Staatspersonal Solothurner Spitäler (soH) und Einwohnergemeinde Olten nahmen acht Fälle Unterstützung in Anspruch, fünf wegen Zusammenarbeitskonflikten, zwei wegen Mobbing und einer aufgrund eines persönlichen Konflikts. Im Bereich «Schwangerschaft und Familienplanung» fanden in 189 Fällen 642 Beratungen statt. 121 davon waren Neuaufnahmen.

Gesamtpensum leicht verringert

Der Abgang von Corinne Schärer auf der Beratungsstelle Solothurn wird teilweise kompensiert durch Pensenerhöhungen von Brigitta Hügin (Solothurn) und Reto Schneitter (Solothurn/Grenchen). Neu sind die vier Beratungsstellen mit 300 Stellenprozenten dotiert (bisher 315 Prozent), verteilt auf fünf Stellen.

Für das laufende Jahr sind erneut Mindereinnahmen von 20 000 Franken budgetiert. Eine Feuerwehrübung werde es finanziell auf keinen Fall geben, versicherte der Präsident mit Verweis auf das Eigenkapital von knapp 316 000 Franken.

Ratsuchende im Stress

Im zweiten Teil der Versammlung stand «Stress» als Beratungsthema im Fokus. Die Beraterinnen und der Berater präsentierten anonym je einen Fall, für den sie Rat wünschten oder den sie als typischen Stressfall in die Runde stellten. Von der werdenden Mutter, die Mühe mit ihrer neuen Rolle bekundet, bis zur gut integrierten Iranerfamilie, die mit 800 Franken monatlich alles tut, um dem Sozialamt aus dem Weg zu gehen, hörten die Delegierten von berührenden Schicksalen.

Schliesslich präsentierte Präsident Ruedi Köhli als Gastgeber im Zwinglihaus kurz die 136-jährige Geschichte der Reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach. Vizepräsident Urs Umbricht gratulierte Ruedi Köhli zur 35-jährigen Tätigkeit als Verwalter dieser Kirchgemeinde.