Ehrentreppe
Verdiente Grenchnerinnen und Grenchner in Stein eingraviert

Am Donnerstag wurde im kleinen Kreis die «Ehrentreppe» eröffnet, die für Grenchen wichtige Personen mit einer in Stein gemeisselten Inschrift ehrt.

Andreas Toggweiler
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Eröffnung der Ehrentreppe durch Stadtpräsident François Scheidegger, Initiant Peter Brotschi, Kuko-Präsident André Weyermann, Stadtbaumeister Aquil Briggen und Steinmetz Sini Stasi (v. l.) Bild: Oliver Menge

Eröffnung der Ehrentreppe durch Stadtpräsident François Scheidegger, Initiant Peter Brotschi, Kuko-Präsident André Weyermann, Stadtbaumeister Aquil Briggen und Steinmetz Sini Stasi (v. l.) Bild: Oliver Menge

Oliver Menge

42 Namen samt Lebensdaten wurden in speziell präparierten Pflastersteinen aus grauem Marmor in die Stiege zwischen Kirchstrasse und Lindenstrasse graviert. Grundeigentümerin des Areals ist die Regiobank Solothurn. Dazu gibts eine Stele mit QR-Code, der im Internet zu weiteren Informationen zu den erwähnten Personen führt.

«Die Idee, verdiente Personen zentral zu ehren, existierte schon seit einiger Zeit, doch dank eines Vorstosses von Gemeinderat Peter Brotschi wurde sie jetzt endlich auch umgesetzt», sagte Stadtpräsident François Scheidegger anlässlich der Eröffnung. Dies bedeute eine weitere Aufwertung des Stadtzentrums.
Eine von der Kulturkommission eingesetzte Arbeitsgruppe wählte die Personen zu Handen des Gemeinderates aus, der auch die Kriterien für künftige Aufnahme in die Ehrentreppe festlegte und das nötige Geld (35'000 Fr.) bewilligte. «Wenn man als Politiker etwas erreichen will, muss einfach auch die Zeit reif sein dafür», meinte Peter Brotschi und dankte den Behörden für die rasche Umsetzung seiner Motion.

Ein wichtiger Mehrwert seien auch die biografischen Angaben auf dem Stadtwiki von Grenchen, die von Nachwuchs-Historikerin Nadine Hunziker à jour gebracht wurden. Der Grenchner Steinmetz Sinisa Stasi erläuterte das Material und die Umsetzung. Die CNC-gefrästen «diebstahlsicher» einbetoniert. Als Material war zuerst Tessiner Gneis vorgesehen, dieser habe sich aber für die Gravur schlecht geeignet. So landete man beim Carrara-Marmor.

Diese 42 Namen sind eingraviert

Erwin Ballabio, Torhüterlegende und Unternehmer 1918–2008; FC Grenchen, Fussball Cupsieger 1959; Karl Steger, Pädagoge, Autor 1908–1993; Paul Glocker, Kunstmäzen und Unternehmer 1900–1988; Hans Liechti, Galerist 1924–2009; Toni Brechbühl, Galerist 1920–2018; Peter Wullimann, bildender Künstler 1941–2016; Walter Schild, Komponist 1889–1969; Maria Schürer-Schaad, Gemeinnützige Gesellschaft 1881–1967; Eduard Rothen, Stadtpräsident, Nationalrat 1925–2007; Walter Bürgi, Regierungsrat 1934–2019; Werner Vogt, Ständerat, Regierungsrat 1905–2000; Max Obrecht, Regierungsrat 1894–1965; Adolf Schild, Industrieller 1879–1972; Rudolf Schild-Comtesse, Industrieller 1900–1978; Pauline Schild-Hugi, Unternehmerin 1850–1931; Willi Farner, Flugpionier 1905–1978; Otto Widmer, Bachtelen-Gründer 1855–1932; Walter Flury, Ballonoffizier 1896–1918; Josef Girard, Begründer Uhrenindustrie 1803–1869; Urs Schild-Rust, Uhrenfabrikant, Nationalrat 1829–1888; Adolf Schild-Hugi, Uhrenfabrikant 1844–1915; Robert Luterbacher, Gemeindepräsident 1846–1912; Adolf Furrer, Stadtpräsident, Nationalrat 1897–1978; Arnold Baumgartner, Uhrenfabrikant 1865–1950; Bertha II, Freiherrin von Grenchen (13. Jh.); Hesso, Freiherr von Grenchen (12. Jh); Anna Maria Schürer, Elisabeth Frei, Andreas Hugi, gefallen beim Franzoseneinfall 1798; Giuseppe Mazzini, Agostino und Giovanni Ruffini, Karl Mathy; pol. Flüchtlinge (diverse Daten 19. Jh.); Alfred Kurth-Hugi, Uhrenfabrikant 1865–1937; Franz Josef Hugi, Naturforscher 1791–1855; Franz Josef Schild, Arzt, Schriftsteller 1878–1936; César Schild-Krebs, Uhrenfabrikant 1878–1936; Joseph Schild, Agronom 1824–1866; Dursli und Babeli, Liebespaar 18. Jh.; Hermann Obrecht, Bundesrat 1882–1940; Werner Strub, Lokalhistoriker 1888–1950. Therese Wirth-von Känel, Jodlerin 1923–2005 (at.)