Ab 1. Mai hat der Radsportdachverband swiss cycling mit dem Velodrome in Grenchen einen neuen Geschäftssitz. Mit der Radrennbahn und den Dienstleistungen in der Mehrzweckhalle ist es aber noch nicht getan. Im Rahmen seines Gesamtausbildungskonzeptes beabsichtigt der Verband unter anderem, in der Umgebung eine BMX-Piste bauen zu lassen, die öffentlich und durch die Velokader genutzt werden könnte. Die Region rund um Grenchen soll als «Velosportzentrum» wachsen, die olympische Disziplin BMX gefördert werden. Dafür soll es Gelder aus dem Förderprogramm des Nationalen Sportanlagenkonzeptes NASAK geben, zusätzlich zu den im Februar 2012 bewilligten 2 Millionen Franken. Matthias Remund, Direktor des Bundesamtes für Sport Baspo, steht hinter dem Velodrom, wie er in der aktuellen Ausgabe des Velodrome-Magazines sagt. Nur zum Vergleich: Die Radrennbahn in Aigle wurde seinerzeit mit einem NASAK-Beitrag von 5 Mio. unterstützt.

Der Platzbedarf für die BMX-Piste beträgt 6000 bis 7000 Quadratmetern. Vorgesehen ist eine Trainingsstrecke mit Kurven, Wellen, Hindernissen und einer rund 8 Meter hohen Startrampe für Jumps. «In der Zeit, wenn die Anlage öffentlich zugänglich wäre, müsste ein Teil, namentlich die Startrampe, natürlich abgesichert werden», sagt Beat Zbinden, Projektleiter Velodrome Suisse. Einnahmen zur Deckung der Unterhaltskosten sollen aus Eintrittspreisen für die private und vereinsmässige Benützung kommen. Die Velodrome Suisse AG wird die BMX-Anlage betreiben, «swiss cycling» Hauptnutzer.

Lengnau ist ausgeschieden

«Sicher ist, dass es eine BMX-Piste geben wird, nur noch nicht, wo sie dereinst stehen wird», sagt Beat Zbinden weiter. Ein möglicher Standort in Lengnau wurde verworfen, nahe der Carrosserie Tannhof zwischen zwei Bahngeleisen. «Aus Sicherheitsgründen, weil es zu Konflikten mit den Stromleitungen der Bahn hätte kommen können», erklärt Daniel Ochsner, Bauverwalter von Lengnau.

Neu fasst die Velodrome Suisse AG einen Standort in Arch ins Auge, auf dem noch unbebauten Land der Firma Flury Tools AG neben deren Geschäftsgebäude. Geschäftsleiter Matthias Flury bestätigt, dass man mit der Velodrome Suisse AG, «swiss cycling» und der Gemeinde im Gespräch ist. Flury selbst bezeichnet sich und seine Familie als «sehr velo-affine» Truppe, weshalb die Idee wenig überrascht. Sein Land würde Flury verpachten. «Ein erster Kontakt vonseiten des Velodromes kam schon früh», sagt Matthias Flury, begeistert von der Möglichkeit einer BMX-Piste in Arch. «Das wäre für die Umgebung eine grosse Bereicherung.» Am 16. April treffen sich die Projektanten mit dem Gemeinderat. Es müssen noch einige Fragen geklärt werden, etwa nach der Zonenkonformität. Auch mit Einsprachen müsse man eventuell rechnen, sagt Flury. Er sei dennoch guten Mutes.

Innerhalb von zwei Jahren realisiert

Für Beat Zbinden ist Arch der favorisierte Standort. Man stehe aber noch am Anfang und es sei noch ein recht weiter Weg vom Grobkonzept bis zur Umsetzung. Der Archer Gemeindepräsident Christian Röthlisberger steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, betont aber auch, dass man die Pläne erst noch genauer kennen müsse. Innerhalb von zwei Jahren soll die BMX-Piste eröffnet werden. Sollte er in Arch nicht realisierbar sein, gibt es offenbar auch im Süden der Stadt Grenchen noch einen Alternativstandort.