Grenchen
Velodrome Suisse schreibt erneut schwarze Zahlen

Das Ergebnis des Geschäftsabschlusses 2015 ist «praktisch identisch» im Vergleich zum Vorjahr. Das Nationalstadion konnte den Sponsorenverlust ausbügeln.

Andreas Toggweiler
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Das Nationalstadion schreibt auch im 2. Geschäftsjahr schwarze Zahlen.

Das Nationalstadion schreibt auch im 2. Geschäftsjahr schwarze Zahlen.

Andreas Toggweiler

«Wir haben im Jahr 2015 praktisch das identische Ergebnis erzielt wie im Vorjahr, also ein moderat Positives», sagt Velodrome-Geschäftsführer Peter Wirz zum Geschäftsabschluss des Radsport-Stadions, in dem nebst Sportanlässen auch Veranstaltungen und Messen stattfinden.
«Der Weg dazu war allerdings etwas anders als im Jahr zuvor», meint Wirz weiter. Zwar habe man identisch budgetiert wie im Jahr 2014. Doch dann kam der Schock: Amag, mit der Marke Skoda einer der Hauptsponsoren, stieg überraschend aus seinem Engagement im Velodrome aus. Der Autoimporteur habe wirtschaftliche Gründe für den Schritt angegeben. «Das brachte das Budget dann schon etwas in Schieflage. Es hätte ein Defizit gedroht», meint Wirz.

Doch im Laufe des Jahres sei es gelungen, die Scharte weitgehend auszuwetzen. Dafür sind laut Wirz zwei Faktoren massgebend. «Wir hatten an der Bahn-Europameisterschaft deutlich mehr Publikum als erwartet, was sich auf die Einnehmensituation auswirkte.» Und dann sei es im Lauf des Jahres gelungen, einen neuen Werbepartner zu finden. «Mit der Grenchner Garage Vogelsang haben wir eine gute Partnerschaft gefunden», freut sich Wirz. Somit sind jetzt im und um das Velodrome jeweils die neuesten BMW- und Mini-Modelle zu sehen. Das Plus half auch mit, die Schulden gegenüber der Stiftung Velodrome zu reduzieren. Wenn es weiterhin rund läuft, werde man bis Ende nächsten Jahres gegenüber der Stiftung schuldenfrei sein.

Der Verlauf des Geschäftsjahres zeige, dass das Budget des Velodrome volatil ist und die Grenze zwischen schwarzen und roten Zahlen leicht überschritten wird. Auch der Verlust eines Grossanlasses wie der mia würde ein Loch in die Kasse reissen, wie man beim Velodrome einräumt. Der Gesamtumsatz des Betriebs beläuft sich laut früheren Angaben auf knapp
2 Mio. Franken. Sieben Angestellte arbeiten für das Velodrome Suisse.

«Keine Eventhalle werden»

Kann man die Einnahmen nachhaltig verbessern? Theoretisch ja, wenn mehr Anlässe in der Halle stattfinden würden. Die Einnahmensituation des Velodrome heraufschrauben würde aber leicht mit dem Zweck der Stiftung kollidieren. «Wir hüten uns, zu einer Eventhalle zu werden. Sport und Sportveranstaltungen müssen bei uns im Zentrum stehen», betont Wirz.

Das heisse auch, dass die Halle mit der mia, der Landi-Hausmesse (zweimal jährlich) und der Swatch-Generalversammlung schon recht gut ausgelastet sei. Kapazitäten seien allenfalls während der Schulferien noch da, wenn kein Bedarf für den Schulsport besteht.
Komplett ausgebucht seien die Bahn (Abos) und die Mietboxen. «Im Moment trainiert auch die Nationalmannschaft regelmässig auf der Bahn für die kommende Weltmeisterschaft in Rio.

«Wir sind das Nationalstadion des Schweizer Radsports», betont Wirz.

Das bedeute auch, dass man verpflichtet sei, regelmässig sportliche Highlights zu setzen. Dieses Jahr beispielsweise mit der «Track Cycling Challenge» am 2. und 3. Dezember, an der sich Fahrer aus 20 Nationen auf dem Grenchner Oval messen werden. Für diesen Grossanlass, so räumt Wirz ein, ist das Budget noch nicht unter Dach. Die Stadt wird diesmal nichts daran zahlen.