Die ganze Schweiz besteht neuerdings nicht mehr aus Gemeinden und Kantonen, sondern aus Zonen. Dies wurde mir kürzlich wieder bewusst, als ich mit dem Bus auf den Grenchenberg fuhr. Super Angebot der Stadt übrigens, in den Skiferien jeden Tag hinaufzufahren, zweifellos. Nur braucht es zum Billett lösen einige gedankliche Flexibilität. Doch der Reihe nach. Ganz einfach klappt die Bergfahrt. Am Automat beim Südbahnhof steht auf der Auswahl des Startmenüs sogar «Grenchenberge» auf einem Knopf. Und der Automat schluckt Reka-Checks, wer hätte das gedacht!

Dass ich nur einfach lösen kann, beunruhigt mich (noch) nicht und ich geniesse den erholsamen Kurzausflug in die verschneite Bergwelt um Sonne zu tanken. Was war das für eine Woche! Wettermässig erste Sahne. Und medaillenmässig erst! Es ist offensichtlich eine Strafe für die Österreicher. Sie haben nämlich unserem Dago den Speaker-Posten in St. Moritz weggeschnappt.

Doch das ist eine andere Geschichte, und leider ist die schöne Zeit auf dem Berg allzu schnell vorbei. So heisst es wieder hinunter in den Nebel. Dass der Automat im Bus keine Rekas (da keine Noten) nimmt, weiss ich. Viel mehr aber nicht. Ich stehe jeweils wie der Esel am Berg vor dem roten Kasten. (Diesmal auf dem Berg). Der freundliche Chauffeur, der unroutinierte Buspassagiere wie mich regelmässig beraten muss, gibt wie immer wertvolle Tips: Hätten Sie gewusst, dass man trotzdem retour lösen kann, mit undatierten Billeten nämlich, die man erst bei der Fahrt entwertet. - Köpfchen!

Doch die nächste Klippe wartet schon. Auf dem Automat kann ich nach Lengnau oder nach Zone 250 lösen. Das ist Grenchen, meint der Chauffeur mit seinem unendlich anmutenden Wissensvorsprung. Was man auf diesen Automaten nicht alles könnte, wenn man es wüsste. Sogar nach Grenchen fahren! Nach mir kommt eine Frau aus Solothurn, die ebenso nett darauf hingewiesen wird, dass sie dank dem flächendeckenden Tarifverbund mit den Zonen hier sogar bis vor ihre Haustür lösen kann. - Könnte. Denn leider ist der Anschluss auf den Zug etwas knapp, das Billett könnte zeitlich verfallen, gibt der BGU-Angestellte zu bedenken. Also besser nicht.

Ein unangenehmer Gedanke steigt in mir hoch. Was, wenn die BGU-Busse dereinst mal führerlos unterwegs sind, mit GPS und Google Maps gesteuert? Im Wallis gibt’s das ja schon. Es ist nicht nur die Angst, der Bus könnte auf der Bergstrasse von der Strasse schliddern. Nein, schlimmer: Es ist die Aussicht, dass dann kein freundlicher Chauffeur mehr da ist, der für mich den Automaten bedient.