Schulen
Unterricht beginnt in Grenchen definitiv später

Zwar haben sich viele Eltern und auch Gemeinderäte dagegen gewehrt, dennoch werden die neuen Unterrichtszeiten in Grenchen eingeführt. Der Unterricht soll deshalb 20 Minuten früher starten.

Patrick Furrer
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Primarschülerinnen und Primarschüler müssen sich auf geänderte Unterrichtszeiten einstellen.

Primarschülerinnen und Primarschüler müssen sich auf geänderte Unterrichtszeiten einstellen.

Keystone

Nur wenige Tage zuvor hatte der Erstunterzeichner der Petition «Keine neuen Unterrichtszeiten auf der Primarstufe auf das Schuljahr 2011/2012» noch geschrieben, es sei erfreulich, dass sich der Gemeinderat hinter das Anliegen der Petition stellt, und dass er hoffe, dass es keine leeren Worte sind, wenn die Geschäftsleitung der Schulen an der letzten Gemeinderatssitzung beteuerte, die Anliegen der Eltern ernst zu nehmen. Viele Eltern verwerfen jetzt aber die Hände. Die Geschäftsleitung der Geleiteten Schulen Grenchen (GLSG) hat definitiv beschlossen: Die neuen Unterrichtszeiten werden auf Schuljahr 2011/12 eingeführt.

An einer ausserordentlichen Sitzung wurden Pro und Kontra erneut abgewogen, heisst es in einer aktuellen Mitteilung. Jacqueline Bill, Ressortleiterin Kommunikation, erklärt auf Anfrage: «Wir sind Punkt für Punkt nochmals durchgegangen. Schliesslich haben die Argumente für die neuen Unterrichtzeiten überwogen.» Das bedeutet im Detail, dass der Unterricht am Morgen 20 Minuten früher beginnen wird: Er dauert im Kindergarten und auf Primarstufe neu von 8.20 bis 11.50 Uhr, auf der Oberstufe von 7.30 bis 11.50 Uhr. Die Unterrichtszeiten am Nachmittag bleiben gleich.

Ausnahme für die Drittklässler

Die Geschäftsleitung der Schulen Grenchen sei sich bewusst, dass die Veränderung Einfluss auf den Tagesablauf einer Familie hat, heisst es in der Mitteilung weiter. Mit der Veränderung solle aber eine bestmögliche, pädagogische Voraussetzung für die Unterrichtsgestaltung in den kommenden Jahren getroffen werden. Anders als bisher haben die Schulen Grenchen künftig keine Ausnahmeregelung mehr. Durch die Koordination der Unterrichtszeiten zwischen Primar-und Oberstufe sei die gemeinsame Benutzung von Turnhalle, Aula, PC-Raum und Schwimmhalle wie bisher möglich.

Als Zusatzargument führt die GLSG an: Die Stundenpläne der Primarschüler werden in Zukunft durch die Fächer Frühfranzösisch und Frühenglisch mehr Lektionen haben. Da gelte es Lösungen zu finden, welche den Schülern entgegen kommen. So hat die Geschäftsleitung aufgrund einer neuen kantonalen Regelung auch beschlossen, dass die Drittklässler im kommenden Schuljahr ebenfalls jeweils am Mittwoch um 7.30 Uhr beginnen können. Dadurch ist es möglich, dass sie alle vierzehn Tage zu zwei freien Nachmittagen kommen, anstatt nur einem. Das seien schliesslich immer noch Primarschüler, die ihre Freizeit brauchen, sagt Jacqueline Bill.

Überprüfung theoretisch möglich

Da 2015/2016 die Oberstufen im Zentrum zusammengeführt werden, ist aber noch offen, ob das Thema Unterrichtszeiten nicht doch wieder auf den Tisch kommt. Weil Ober- und Unterstufe dann keine gemeinsam genutzten Räume mehr hätten, wäre es theoretisch möglich, dass sie unterschiedliche Unterrichtszeiten haben, bestätigt auch die Kommunikationsverantwortliche Jacqueline Bill. Es bleibt also denkbar, dass die Zeiten für Kindergarten und Primarschule dann wieder geändert werden.