Die Ausstellung, die am 31. August beginnt, will daran erinnern, mit welchen Wirtschaftskrisen die Menschen in unserer Region leben mussten und wie sie schliesslich den Weg zu einem neuen Start fanden.

Mehr noch: Die Ausstellung und die Veranstaltungen des Museums sollen vom Gestern zum Morgen führen – das bedeutet, wir überlegen uns, wie man in Zukunft mit Krisen umgehen kann. Man wird nun sagen, dass keine Krise gleich wie die andere gewesen war. Das stimmt. Die Menschen allerdings, die in Krisenzeiten mit der Situation fertig werden mussten, diese Menschen sind stets die gleichen: Sie klammern sich an positiv Erfahrenes und Bewährtes – so lange, bis sie den entscheidenden Schritt in eine neue Zukunft tun.

Und um diesen Schritt geht es in der neuesten Ausstellung im Kultur-Historischen Museum. Wir sollen erfahren, wie die Menschen vor hundert Jahren mit Krisen fertig wurden und wie die heutige ältere Generation in den Jahren nach 1974 die schwerste Krise der Neuzeit meisterte.

Das Rückgrat der Ausstellung

Das gab es bisher noch nie: Ein peinlich genau erarbeiteter Jahresstrahl, der von 1850 bis 2000 reicht. Dieser Jahresstrahl wurde von Dr. Bruno Bohlhalter für diese Ausstellung erarbeitet. Der Verfasser weist jedem Jahr von 1850 bis 2000 je zwei übereinanderstehende Rechtecke zu. Im oberen Rechteck beschreibt der Verfasser, was sich international und in der Schweiz an Wichtigem ereignete; das untere Rechteck ist den Ereignissen in der Region und Grenchen vorbehalten.

Und noch etwas: In jedem der Rechtecke ist freier Platz vorhanden, der jederzeit durch neue Erkenntnisse belegt werden kann. Im Verzeichnis der verwendeten Literatur führt Bohlhalter unter anderem auch das Buch «Der Uhrenpatron» von Bettina Hahnloser auf, die hier ein Porträt ihres Grossvaters Rudolf Schild-Comtesse öffnet und damit ein weiteres Kapitel der Ortsgeschichte Grenchens.

Bruno Bohlhalter beginnt seinen Zeitstrahl Grenchens im Jahre 1852 mit der Gründung der Grenchner Rohwerkfabrik «Girard Frères & Kunz», die 1856 aufgelöst wurde. Man vermutet richtig, dass sich hinter der Bezeichnung «Girard Frères» niemand anderes verbarg als Doktor Josef Girard aus dem Bachtelenbad und sein Bruder Euseb Girard, seines Zeichens Löwenwirt und Bierbrauer. Euseb Girard war oft im Bachtelenbad anzutreffen, wo nicht nur europäische Freiheitskämpfer und Mitglieder des «Jungen Europa», sondern auch Ebauchesfabrikanten aus dem Sankt Immertal anzutreffen waren.

Rasch erkannte Euseb Girard, dass die Zukunft der Grenchner Uhrenindustrie in der Ebauches Fabrikation liegt. Womit der erfolgreiche Bierbrauer goldrichtig lag. Am 7. Dezember 1853 wusste die Zeitung «Der Bund» seiner Leserschaft zu berichten, dass in der Grenchner Rohwerkfabrik der Brüder Girard und Kunz aus Meinisberg bereits 200 Arbeiter beschäftigt würden.

Die Ausstellung im Kultur-Historischen Museum Grenchen mit dem Titel «Unruhige Zeiten – die Krisen in der Uhrenindustrie der Region Grenchen im 20. Jahrhundert» wird am 31. August 2017 eröffnet und dauert bis zum 13. Mai 2018. Im Rahmen der Ausstellung finden zahlreiche Veranstaltungen statt.