Schnee-Chaos
Und dann kam der Schnee in rauen Mengen

Das Tief «Petra» brachte der Schweiz viel Schnee - auch in Grenchen. Die Folge: Die Männer vom Werkhof Grenchen sind seit gestern Morgen in aller Frühe in strengem Einsatz.

Oliver Menge
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 Winterdienst auf einem Trottoir in Lenzburg Foto Walter Christen
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 Winterdienst in Kuettigen Foto Walter Christen 17
 Schneepflug auf einer Aarauer Quartierstrasse Foto Walter Christen
 Schneepflug Telli Aarau Foto Walter Christen
 Schnee verwandelt diese Sitzbaenke und das Velo in Lenzburg in Skulpturen Foto Walter Christen
 Schneepflug in der Aarauer Telli Foto Walter Christen
 Schuelerinnen in der Aarauer Telli auf schneebedeckter Quartierstrasse unterwegs Foto Walter Christen
 Handarbeit ist gefragt hier bei einer Hauseinfahrt in Lenzburg Foto Walter Christen
 Hinter einer Schneemauer abgestellte Autos auf einem Parkplatz in Hunzenschwil Foto Walter Christen
 Hubsaplerschneepflug in Hunzenschwil Foto Walter Christen
 Freie Fahrt fuer den Intercity zwischen Lenzburg und Othmarsingen Foto Walter Christen
 Firmenparkplatz in Aarau wird vom Schnee befreit Foto Walter Christen
 Dino im Fricker Dinokreisel mit einem weissen Mantel und einer weissen Muetze Foto Walter Christen
 Es wird gepfluegt und gesalzen in der Lenzburger Altstadt Foto Walter Christen
 Dorfstrasse in Oberhof tief verschneit Foto Walter Christen
 Fahrzeuge im Schneegestoeber auf der Zufahrtsstrasse in die Aarauer Telli Foto Walter Christen
 Eingeschneites Auto in Hunzenschwil Foto Walter Christen
 Auf dem Zubringer zur Aarauer Telli Foto Walter Christen
 Auf dem Benken bei Oberhof im dichten Schneegestoeber Foto Walter Christen
 Autospur auf der Anfahrt zum Benken oberhalb von Kuettigen Foto Walter Christen
So sah der Aargau nach dem Schneesturm aus

Winterdienst auf einem Trottoir in Lenzburg Foto Walter Christen

Der ausserordentliche Schneefall kündigte sich schon früh an: Tief «Petra» überzog die Jura-Südseite mit einer geballten Ladung Schnee, verbunden mit starkem Südwestwind.

Grenchen lag sogar von allen Gemeinden unter 800 Metern über Meer an erster Stelle, was die Schneehöhe anging: Über 30 Zentimeter fielen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Rudolf Winzenried, Chef des Werkhofs Grenchen, hatte kein Auge zugetan.

Auf alles vorbereitet

Immer wieder war er aufgestanden und hatte das Wetter beobachtet. Er hatte sich, wie immer, sehr genau über die Wetterlage informiert, Karten studiert und war gewappnet.

Um zwei Uhr traf er im Werkhof ein und startete die Telefon-Alarmierung seiner Mitarbeiter. «Bei den meisten meiner Männer klingelt es nur gerade ein- bis zweimal, weil sie sich selber auch informieren und schon im Voraus wissen, dass sie sehr wahrscheinlich früh raus müssen», erklärt Winzenried. Einige, vor allem die Chauffeure der acht Pflüge und zwei Pneulader, hatte er schon am Vorabend vorgewarnt.

Früh morgens in Aktion

Um halb drei waren die ersten Räumfahrzeuge unterwegs, räumten Parkplätze, Busbahnhof, Hauptstrassen und Autobahnzubringer, streng nach vorgeschriebenem Plan. Ab drei Uhr waren die ersten Gruppen zu Fuss unterwegs, um als Erstes die vielen Treppen vom Schnee zu befreien.

Der Marktplatz musste wegen des Marktes ebenfalls geräumt werden. «Die können einem schon leidtun: Als die Ersten so gegen vier Uhr einen Kaffee trinken kamen, sahen sie aus wie Schneemänner, so stark hat es geschneit.

Auch Marktplatz im Schnee

Aber keiner beklagt sich, jeder ist motiviert.» Als die Hauptstrassen die ersten Male gepflügt und die Treppen frei waren, ging es an die Fussgänger-Übergänge: Schlitze wurden von Hand in die Schneewalme geschaufelt, sodass wenigstens ein Kinderwagen oder zwei Leute nebeneinander durchpassten.

Auch auf dem Marktplatz und dem Platz zwischen Dosenbach und Centro wurden Gässchen gepflügt, gefräst und geschaufelt, damit für die Fussgänger ein Durchkommen möglich wurde. «Die Arbeit geht uns noch ein paar Tage nicht aus», meint Winzenried. In einer nächsten Phase muss an einigen Stellen der Schnee abgeführt werden, wie zum Beispiel im Lingeriz-Quartier, wo Busse zum Teil wegen der hohen Schneewalme nicht mehr kreuzen können.

Rund 80 Kilometer Strassen und rund 40 Kilometer Trottoirs müssen in Grenchen geräumt werden. Salz kommt dabei auch zum Einsatz, aber mit grossem Umweltbewusstsein. «Früher haben wir 25 Gramm Salz oder mehr pro Quadratmeter gestreut, jetzt sind es vielleicht noch 5 bis 10 Gramm.» Der Schnee werde in erster Linie maschinell weggepflügt und erst dann streue man Salz.

Und fielen, wie gestern Morgen, zwei Fahrzeuge mit Pannen aus, verzögere sich die Räumung im betreffenden Quartier um ein bis zwei Stunden. Zaubern könne er nicht, meint Winzenried. «So viel Schnee führt unweigerlich zum Ausnahmezustand».