Vereinigte Faschingszunft
Umzugschef Urs Rösselet sagt, wo’s durchgeht

In der Serie, in der wir die Chargierten der Grenchner Fasnacht porträtieren, stellen wir den Umzugschef, Urs Rösselet, vor. Er führt dieses Jahr schon zum neunten Mal den Fasnachtsumzug an. Seine Priorität: Ein unfallfreier Umzug.

Lea Reimann
Merken
Drucken
Teilen
Umzugschef Rösselet führt morgen zum vorletzten Mal den Umzug an.

Umzugschef Rösselet führt morgen zum vorletzten Mal den Umzug an.

Lea Reimann

Schon zum neunten Mal führt Urs Rösselet am Sonntag den Umzug an. «Wenn ich einteile, in welcher Reihenfolge die Gruppen auftreten sollen, stelle ich mir den Umzug im Kopf vor», erklärt er. Das sei dann wie ein Film, der vor dem inneren Auge ablaufe. Wichtig sei zum Beispiel, dass nicht die schönsten und besten Nummern schon am Anfang kommen. «Im Gegenteil: Der Umzug soll sich zum Ende hin steigern, sodass alle Leute bis zum Schluss bleiben.»

Erste Priorität habe natürlich, dass der Umzug unfallfrei über die Bühne gehe. «Es kam auch schon vor, dass uns plötzlich ein Bus entgegenkam – da schaut man dann schon ein bisschen dumm aus der Wäsche!», erinnert sich Urs Rösselet. Es habe sich damals um einen Fahrerfehler gehandelt, der sich glücklicherweise nicht wiederholt habe.

Neben den ganzen Sicherheitsvorkehrungen und Absprachen mit der Polizei im Vorfeld, gehört noch einiges mehr zu seinen Aufgaben. So muss er am Sonntagmorgen die Kandelaber an der Bettlachstrasse nummerieren. «Dort stellen sich die Gruppen auf, um dann beim Odeon den Umzug starten zu können.» Die diesjährigen Wagen habe er schon gesehen: «Es gibt einen guten Umzug!», lobt er. Grenchen habe nämlich einiges zu bieten.

Wagenbauer bei der Luna-Zunft

Urs Rösselet ist in Twann aufgewachsen und durch seine Frau nach Grenchen gekommen. «Ich bin Heimwerker und bastle und schraube gerne», erklärt er. Seine Frau habe deshalb die Nachbarn ermuntert, ihn zum Wagenbau mitzunehmen. Seit etwa 20 Jahren arbeite er nun jedes Jahr am Wagen der Luna-Zunft mit. «Im Vordergrund steht vor allem die Kameradschaft. Hätte man nicht so ein gutes Verhältnis untereinander, würde man nicht so viel Freizeit opfern», sagt Rösselet. Dieses Jahr habe er allerdings erstmals nicht viel mithelfen können, weil er geschäftlich stark engagiert sei. Ausserdem widme er seinem neuen grossen Hobby viel Zeit: «Ich habe einen 17 Monate alten Deutschen Schäfer.»

Nächstes Jahr werde er seinen zehnten und damit letzten Umzug leiten, das weiss Rösselet schon jetzt. Von der Fasnacht zurückziehen werde er sich aber nicht, dafür ist sie ihm zu wichtig. «Grenchen ist eine Stadt und doch ein Dorf», sagt Rösselet. Wenn es darum gehe, Leute nach langer Zeit wieder zu treffen, dann sehe man sie sicher an der Fasnacht.