Umfrage
Das Projekt war gut, aber den Stimmbürgern zu teuer

In Meinisberg wird zurzeit das Projekt für eine Schulerweiterung und ein Gemeindehaus überarbeitet.

Andreas Toggweiler
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Das im November 2020 abgelehnte Bauprojekt im Zentrum von Meinisberg.

Das im November 2020 abgelehnte Bauprojekt im Zentrum von Meinisberg.

zvg

An der Gemeinde-Urnenabstimmung vom 29. November 2020 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Meinisberg mit 210 Ja-Stimmen (44,75%) zu 255 Nein-Stimmen (54,35%) den Verpflichtungskredit für die Schulhauserweiterung und Neubau Gemeindehaus abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 52 Prozent.

Nach dem für die Behörden ernüchternden Entscheid hat sich die Gemeinde entschlossen, in einer Umfrage die näheren Gründe zu erfahren, welche zur Ablehnung des Projektes führten. Laut Informationen des Gemeinde-Mitteilungsblattes «Meinisberger Post» haben 180 Personen an der Umfrage mitgemacht.

Sind 1,5 Mio. zu teuer für ein Gemeindehaus?

Dabei wurde deutlich, dass beim Souverän vor allem die Kosten des Kombi-Projektes als zu hoch empfunden werden. 128 (82 Prozent) Personen vertraten diese Ansicht, wobei genauer besehen vor allem die Kosten für den Teil Gemeindehaus (1,5 Mio. Fr.) als zu hoch empfunden werden (83 Prozent), wogegen bei den Kosten von 3,3 Mio. Fr. für die Schulhauserweiterung «nur» 53 Prozent die Kosten als zu hoch beurteilten. Die Gestaltung des Schulprojekts wird von 60 Prozent als gut oder sogar sehr gut empfunden, beim neuen Gemeindehaus sieht es ähnlich aus, wie bei den Kosten: Nur 28 Prozent der Befragten bezeichneten das Projekt als gut oder sehr gut, 54 Prozent aber als schlecht.

Zwei Drittel meinen, eine Million sollte genügen

Weil die Gemeinde offenbar bereits ahnte, dass vor allem der Gemeindehaus-Teil zur Ablehnung geführt hatte, wurde gleich auch die Frage gestellt, was denn der Neubau der Gemeindeverwaltung maximal kosten dürfe: Zwei Drittel (66 Prozent) zogen die Kostenobergrenze bei 1 Mio. Fr., 20 Prozent bei 1,25 Mio. Fr. Gemeindepräsident Daniel Kruse zog denn auch vor kurzem in einem Beitrag von TeleBie­lingue den Schluss, dass das Projekt akzeptiert werde, der Souverän aber erwarte, dass die Kosten gesenkt werden.

Dies will man jetzt auch mit einer Arbeitsgruppe tun. Da 40 Personen die Umfrage mit Namen und Adresse ausgefüllt haben, wurden sie angefragt, ob sie in einer Arbeitsgruppe zusammen mit der Spezialkommission am Projekt mitwirken würden. Eine erste Sitzung der Arbeitsgruppe hat bereits stattgefunden, eine weitere ist geplant.

Auch eine Mietlösung wird jetzt geprüft

Der Workshop hatte zum Ziel Hürden und Hindernisse für eine künftige erfolgreiche Urnenabstimmung zu erkennen und offene Fragen zum Projekt zu klären. «Die Spezialkommission blickt auf einen erfolgreichen Abend mit angeregten und sachlichen Diskussionen zurück», schreibt diese auf der Gemeindewebsite.

Gemeindepräsident Daniel Kruse kann das nur unterschreiben. Nicht weniger als 20 Einwohnerinnen und Einwohner hätten sich bereit erklärt, in der Arbeitsgruppe mitzuwirken. «Das hat das Spektrum der Meinungen im Dorf gut abgebildet», meint Kruse. Ziel neue Volksabstimmung im Herbst Während am Schulhausprojekt nur noch punktuelle Einsparungen geprüft werden, steht das Projekt Gemeindeverwaltung grundsätzlich zur Disposition.

«Wir diskutieren auch über den Standort und ob es günstiger käme, uns irgendwo einzumieten.»

Kruse zeigt sich optimistisch, dass man eine Lösung ­findet, nicht zuletzt dank dem breiten Einbezug der Einwoh­nerinnen und Einwohner. Ziel der Gemeinde ist, dass im kommenden Herbst eine Volksabstimmung über das überarbeitete Projekt stattfinden kann.

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