Grenchen

Uhrmacherlehrlinge durften in London Formel-1-Luft schnuppern

Grenchner Uhrmacherlehrlinge haben einen Wettbewerb des Uhrenherstellers Casio gewonnen. Als Belohnung winkte ein Besuch in der Zentrale des Formel-1-Rennstalls Red Bull in London. Die Lehrlinge genossen den Ausflug nach England.

Unter dem Motto «Kreativität gewinnt» rief der japanische Hersteller Casio im Sommer Uhrenmacherschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Teilnahme am «Edifice»-Kreativwettbewerb auf.

Das Ziel war, aus Chronographen-Bestandteilen auf kreative Weise originalgetreue Rennboliden aus dem Weltmeister-Rennstall F1 Infiniti Red Bull Racing anzufertigen. Durchgesetzt bei diesem internationalen Wettbewerb haben sich vier junge angehende Uhrenmacher aus Grenchen, denen als Hauptgewinn eine Reise zur Red Bull Racing Factory in die Nähe von London nach Milton Keynes winkte.

Auf dem Küchentisch getüftelt

Spezielle Pläne für das Siegermodell gab es keine. «Wir haben mit den zur Verfügung stehenden Uhrenteilen einfach mal drauflosgebastelt», erklärt Fabian Vallant, einer der siegreichen Uhrenmacherschüler. Und Teile gab es viele, denn um das Modell umsetzen zu können, standen dem 4-köpfigen Team 25 Uhren zur Verfügung.

Auch der Zeitaufwand war beträchtlich, denn insgesamt bastelten die Schüler des ZeitZentrums rund 60 bis 80 Stunden am Mini-Rennwagen herum. Dabei durfte von der Schule her keinerlei Schützenhilfe geleistet werden. «Es war in der Aufgabenstellung klar vorgegeben, dass wir keine Unterstützung erhalten dürfen», so Vallant.

Aus diesem Grund arbeitete das Uhrenmacherteam auch nicht in der schulischen Werkstatt, sondern zu Hause während der Freizeit. Sie hätten sich jedoch nie erträumen lassen, dass sie am Ende den Wettbewerb gewinnen würden. «Ich hätte nicht gedacht, dass es für den Sieg reichen könnte, daher hat es uns natürlich umso mehr gefreut, als es dann doch geklappt hat», so Vallant.

Vor allem, da das gegnerische Team aus Österreich den Vorteil hatte, die schulinterne Werkstatt benützen zu dürfen: «Während sie in der schulischen Werkstatt mit allen zur Verfügung stehenden Materialien tüfteln konnten, arbeiteten wir zu Hause am Küchentisch», erklärt Sandra Flück vom Siegerteam.

Gespräch mit Sébastien Buemi

Den Ausflug ins Britische Königreich haben die angehenden Uhrenmacher sichtlich genossen und wären gerne noch länger geblieben. Besonders der imposante Hauptsitz von Red Bull Racing in Milton Keynes hat es den Grenchner Schülern angetan: «Bereits die Eingangshalle war übersät mit all den Pokalen, die Red Bull im Laufe der Zeit gewonnen hat», erklärt Vallant.

Die glücklichen Gewinner hatten die Gelegenheit, Sébastien Buemi, den Schweizer Testfahrer bei Red Bull Racing, zu treffen und einige Worte mit ihm zu wechseln. Aber ein Highlight der besonderen Art war sicherlich der Besuch im Operation-Room von Red Bull Racing. Dort konnten die Uhrmacherschüler live miterleben, wie von der Zentrale in Milton Keynes aus Anweisungen an die beiden Formel-1-Fahrer, Mark Webber und Sebastian Vettel, gegeben wurden, die zu dieser Zeit gerade in Brasilien unterwegs waren.

Auf die Frage, ob sie nun nach all den Eindrücken mit einem Engagement bei Red Bull Racing liebäugeln würden, winken die vier angehenden Rhabilleure aber ab. Die Idee sei sicherlich interessant, aber zunächst stehe jetzt die Lehrabschlussprüfung im Vordergrund, alles Weitere sei im Moment Nebensache.

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