Die Lengnauer Uhrenfirma Delma hat anlässlich der Uhrenmesse in Basel ihre Neuheiten präsentiert. News gibt es nicht nur an der Uhrenfront. Im Februar ist Andreas Leibundgut, der Sohn der Firmeninhaber Fred und Barbara Leibundgut (Bettlach), im Delma-Team eingestiegen. Damit wurde auch bereits ein erster Schritt in Sachen Nachfolgeregelung getan.

Im 92. Jahr seit der Gründung der Delma Watch Ltd. tritt eine neue Generation an, um das Lebenswerk der Gebrüder Gilomen und Ulrich Wüthrich weiterzuführen. Seit dem 1. Februar 2016 fungiert Andreas Leibundgut als Head of Marketing und Partner. Damit gebe man ein klares Bekenntnis zum Familienunternehmen, zur Marke Delma und zum Produktionsstandort Schweiz ab, heisst es in einer Medienmitteilung.

Der «Juniorchef» ist seit 1. Februar im 18-köpfigen Firmenteam dabei. Vater und Sohn bestätigen, dass geplant ist, dass Andreas Leibundgut in einigen Jahren in die Fussstapfen von CEO Fred Leibundgut treten soll.

«Bis dann werde ich Marke und Team verstärken, neue Ideen, vielleicht auch neue Denkansätze hineinbringen», erklärt der 32-jährige Andreas Leibundgut. Er hat in St. Gallen und Lausanne Management studiert und arbeitete danach während fünf Jahren beim Konsumgüterkonzern Procter & Gamble in Genf im Brand Management der Marke Braun.

Fred und Andreas Leibundgut sind zurzeit aber vor allem an der Uhrenmesse Baselworld anzutreffen, wo die beiden Marken Delma und Delbana in einem Hotel angrenzend zum Messegelände ihre Produkte präsentieren. Wie für etliche andere Marken auch, sind für sie die Kosten einer direkten Präsenz auf dem Messegelände zu gross geworden.

Der Uhrenboom im Allgemeinen und das neue mondäne Messegebäude von Herzog & de Meuron liessen nach 40 Jahren Messepräsenz die Kosten für die Präsenz unverhältnismässig ansteigen. Mit dem Standort im Hotel Pullman sei man zufrieden, meint Fred Leibundgut, zumal die meisten Kundengespräche auf Vereinbarung erfolgen. Auch müsse man nicht bis Gründonnerstag präsent sein, wie alle anderen Aussteller.

Zwei Marken, eine Firma

Die Präsenz als Uhren-KMU in einem gesättigten Markt verlangt immer wieder Kreativität und Fokussierung auf bestimmte Zielgruppen. Während mit der Marke Delbana vor allem das günstigere Preissegment von 200 bis 600 Fr. abgedeckt wird, bewegen sich die höherwertigen Delma-Uhren im mittleren Preissegment von 600 bis 4500 Franken.

2014 Jahr konnte Delma auf 90 Jahre zurückschauen und hatte aus diesem Anlass die Tradition der Taucheruhr, mit der man in den 1970er-Jahren weltweiten Ruhm einheimste, spektakulär wiederbelebt: Die 2014 präsentierte Uhr ist heute unter dem Namen «Santiago Blue Shark II» erhältlich und ist nichts für zarte Handgelenke. 300 Gramm schwer und bis 3000 Meter wasserdicht ist sie dennoch ein Objekt der Begierde geworden.

«Furore gemacht hat nicht zuletzt auch der massive Schliessmechanismus», freut sich Fred Leibundgut. Dieses Jahr ist eine Kollektion der 1975 lancierten Taucheruhr Shell Star gewidmet, natürlich mit der heutigen Technologie: 500 Meter statt wie damals 200 Meter wasserdicht und wahlweise einem Automatik- oder Quarzwerk von ETA. Dazu kommt jetzt auch das Heliumventil für Profitaucher, wie beim «grossen Bruder» der Blue Shark.

Herausforderung Smart Watch

Die Geschäfte, so versichern Leibundgut, seien in den letzten zwei Jahren nicht schlecht gelaufen. Den neuen Trend zur Smartwatch erkennt man als Herausforderung, sieht darin aber auch Chancen. «Ein Kundensegment, das bis heute nichts am Handgelenk trug, wird erschlossen», meint Fred Leibundgut. Und dieses sei vielleicht in einer späteren Lebensphase auch bereit, «vom Gadget zu einer richtigen Uhr zu wechseln.»