Wie der Senf zur Wurst gehört die gute Laune zum Uhrencup. Irgendwie sprüht das kleine Stadion Brühl einen speziellen Charme aus, und der wirkt auch auf einen Berliner oder Dortmunder, einen Basler oder Zürcher Fussballfan, und hebt die Stimmung. Ist es die Aussicht auf den schönen Jura? Oder der fein geknüpfte Rasenteppich, der noch grüner ist als sonst? All das trägt zur Uhrencup-Atmosphäre bei. Der wichtigste Teil ist aber die Tribüne mit ihrem «gefalteten» Dach, das für eine einzigartige Akustik sorgt.

Wenn im Brühl ein paar hundert Zuschauer klatschen, dann hört sich das schon fast wie ein volles Stade de Suisse an. Wenn dann, wie beim Uhrencup am Freitagabend, 4500 oder am Samstag fast 7000 Zuschauer das Grenchner Stadion füllen, dann sind das gefühlte 45000 Fussballfans. Ob sich wohl der kürzlich verstorbene Architekt Carlo Campoleoni vor 50 Jahren bewusst war, dass er mit seinem Meisterwerk bis heute für die einzigartige Stimmung im Stadion Brühl mitverantwortlich ist?

Uhrencup Grenchen

Uhrencup in Grenchen

Der Uhrencup hat für alle etwas: Weisse Tischtücher, ein Gourmet-Menü und einen reservierten Sitzplatz auf der Haupttribüne gibt es für die Fussballfans, die sich und ihren Freunden oder Geschäftspartnern etwas Luxus gönnen wollen. Wer einen Hauch der rustikalen Dortmunder Südtribüne, dem Epizentrum der deutschen Fussballbegeisterung, erhaschen will, der war am Samstag auf den preiswerten Stehplätzen am richtigen Ort. Nach dem Schlusspfiff verwischen sich dann die Klassenschranken in der «Uhrencup Lounge» im Bauch der Tribüne, wo jedermann willkommen ist.

Die grosse Herausforderung

Auch das ist seit acht Jahren eine schöne Tradition: Spät nach dem Match trifft sich Turnierdirektor Sascha Ruefer mit den Helfern beim Grill und man trinkt sein verdientes Feierabendbierchen. Er blickt schon auf die nächste Herausforderung. «Am Montag haben wir zwei Spiele, und es kommen Fangruppen nach Grenchen, die sich nicht so gut vertragen. Das ist eine grosse Herausforderung, aber es gibt keinen Grund, Angst zu haben.» Dann erklärte der Turnierdirektor den Helfern die weiteren Massnahmen, wie zusätzliche Absperrungen im Stadion und Regelungen auf der Brühlstrasse, die es den Fangruppen erschweren, sich zu organisieren. «Ausserhalb des Stadions ist die Polizei präsent und sorgt für Ordnung. Sollte im Stadion etwas passieren, dann mischt euch nicht selber ein, sondern ruft die nächsten Sicherheitsleute, von denen es sehr viele haben wird», sagt er. Jeder Helfer könne seinen Beitrag zur Deeskalation beitragen. «Wir behandeln jeden Fan freundlich und zuvorkommend.»