Überraschende Wendung: Nach dem Fiasko diesen Sommer, einem Sommer ohne Uhrencup in Grenchen, mit Spielen in Bern und Biel, kehrt der Uhrencup wieder zurück an seinen Ursprungsort, in die Uhrenstadt Grenchen. Recherchen haben ergeben, dass die Marke «Uhrencup» mit sofortiger Wirkung am 13. September 2018 an die Einwohnergemeinde Grenchen übertragen wurde, so eingetragen beim Institut für geistiges Eigentum unter der Marken-Nummer P-545768.

Wie kam es dazu? Nach der zum Teil leidvollen Vergangenheit der Marke «Uhrencup» (siehe dazu unten), war die Firma «Uhrencup & Event GmbH» mit Beschluss vom 15. Januar 2015 aufgelöst und laut Handelsregistereintrag der Grenchner Roger Rossier, Geschäftsführer der Rovedyma Treuhand AG und bisheriger Geschäftsführer der «Uhrencup & Event GmbH», als Liquidator mit Einzelunterschrift eingesetzt worden.

Roger Rossier bestätigt, dass er als letzter Akt der Liquidation die Marke «Uhrencup» an die Einwohnergemeinde Grenchen übertragen hat. Damit soll laut Rossier sichergestellt werden, dass die Marke nicht missbräuchlich genutzt werden oder das Turnier ohne Einwilligung der Stadt an einem anderen Ort durchgeführt werden könne. «Dank der Übertragung der Markenrechte an die Einwohnergemeinde Grenchen erhält die Stadt in Zukunft die Möglichkeit, auf die Ausgestaltung und Vergabe des Turniers an mögliche Interessenten direkt Einfluss zu nehmen», schreibt Rossier in einer entsprechenden Mitteilung.

Stadtpräsident ist hocherfreut

François Scheidegger begrüsst den Schritt, der jetzt gemacht wurde. «Damit kehrt das Turnier, das schon immer mit Grenchen verknüpft war, wieder zurück. Das ist sehr erfreulich», sagt Scheidegger auf Anfrage. Die Stadt habe keine Anstrengungen diesbezüglich unternommen – im Gegenteil: Nachdem die Veranstalter für das diesjährige Turnier nicht auf die Forderung der Stadt eingehen wollten, zwei Spiele in Grenchen durchzuführen und es auch seitens der Veranstalter keine Anzeichen gegeben habe, am bisherigen Modell – kein oder höchsten ein risikoarmes Spiel in Grenchen durchzuführen – habe man im Budget für nächstes Jahr auch keinen Beitrag für den Uhrencup vorgesehen.

«Die Veranstalter Simon Laager und Thomas Grimm der Firma ‹ST Competition & Consulting› waren vor ein paar Wochen hier und wollten offenbar sondieren, wie es mit einer künftigen Beteiligung der Stadt Grenchen aussehe.» Offenbar sei das Experiment mit Bern als Austragungsort nicht ganz aufgegangen, vermutete Scheidegger.

Jetzt bestünden natürlich ganz andere Voraussetzungen, da die Stadt Grenchen als Eigentümerin der Marke ein gewichtiges Wort mitzureden habe. «Wir wollen sorgfältig prüfen, was wir in Zukunft mit dem Turnier machen wollen.» Scheidegger liess auch durchblicken, dass man sich mit den bisher Verantwortlichen zusammensetzen werde, um die Zukunft des Traditionsturniers zu besprechen.

Die Markenübertragung kostet die Stadt übrigens keinen Franken. Die Stadt Grenchen habe die Organisatoren des Uhrencups seit 2002 im Bereich Finanzen und Infrastrukturverbesserung immer tatkräftig unterstützt, sagt Rossier. Aus diesem Grund habe er sich dazu entschieden, der Einwohnergemeinde die Markenrechte ohne Kostenfolge zu übertragen. Interessenten für die Weiterführung des Turniers würden sich in Zukunft direkt an die Einwohnergemeinde Grenchen wenden können.

Das sagen die Veranstalter

Er wolle sich zur Markenübertragung noch nicht äussern, meint Simon Laager der Firma ‹ST Competition & Consulting›, da der vormalige Rechtehalter, der den Namen Uhrencup den Organisatoren während der letzten vier Durchführungen in Grenchen und Biel zur Verfügung gestellt habe, noch in rechtlichen Abklärungen stehe und man zuerst diese abwarten wolle. Das diesjährige Turnier mit dem neuen Spielort Bern habe die Erwartungen erfüllt, die Zusammenarbeit mit dem FC Bern habe sehr gut geklappt. «Das war aber auch mit dem FC Grenchen im Jahr 2017 so, weshalb wir uns Grenchen auch weiterhin als Austragungsort für spannende Spiele vorstellen können.»