Im Girardsaal im Bachtelen ging die Verleihung der Grenchner Kulturpreise 2016 über die Bühne. Die Übergabe stand diesmal ganz im Zeichen der Musik, denn geehrt wurde in allen drei Preiskategorien musikalisches Schaffen.

Kulturkommissionspräsident Jean-Pierre Thomsen konnte eine grosse Gästeschar begrüssen. «Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum», zitierte er einen Nietzsche-Ausspruch und erläuterte, wie die Kulturkommission jeweils die Nominationen zuhanden der Gemeinderatskommission vornimmt.

Auch diesmal habe man sich rasch und einstimmig geeinigt.

Den Kulturpreis 2016 erhielt das Stadtorchester Grenchen unter der Leitung von Daniel Polentarutti, der den 25-köpfigen Klangkörper seit 2010 leitet. Das Orchester hat eine reiche Tradition und kann in vier Jahren sein 100-jähriges Bestehen feiern. Es überrascht immer wieder durch Innovationen, z. B. letztes Jahr am «Generationen-Konzert» mit Ehemaligen und Aktiven der Grenchner Musikschule.

Kostproben vom Stadtorchester Grenchen, Kulturpreis-Träger 2016

Kostproben vom Stadtorchester Grenchen, Kulturpreis-Träger 2016

Musikanten gesucht

«Als Stadtpräsident freut es mich ganz besonders, dass der Kulturpreis 2016 an das Stadtorchester geht», sagte François Scheidegger in seiner Laudatio. Denn die Formation sorge in Grenchen und Umgebung regelmässig für musikalische Glanzlichter, welche von der Bevölkerung geschätzt würden.

Die Unterstützung der Stadt sowie das Wohlwollen zahlreicher Gönner aus der Wirtschaft machten es auch immer wieder möglich, das Ensemble mit namhaften Solisten zu ergänzen.

Die Instrumentalistin Graziella Wohlhauser sprach seitens des Orchesters den Dank aus, gewährte aber auch Einblick in die Sorgen und Nöte des Ensembles. Nebst dem Finanziellen sei es vor allem der fehlende Nachwuchs, der dem Orchester zu schaffen macht.

«Doch vielleicht ändert das ja jetzt und wir erleben einen Ansturm», meinte sie mit Augenzwinkern.

Musikalisches Multitalent

Der Anerkennungspreis ging an den Musiker, Komponisten und Musikpädagogen José de Mena. Der erste Schlagzeuglehrer im Kanton Solothurn leitet unter anderem die Musikgesellschaften von Selzach, Luterbach und Bätterkinden und ist zurzeit auch mit dem Perkussions-Ensemble «Collective percussion» unterwegs, das 2013 den Jugendförderpreis des Kantons Solothurn erhielt.

«Er ist Musiker, Dirigent, Arrangeur, Komponist, Organisator und Pädagoge in Personalunion», zählte Laudator André Weyermann die multiplen Qualitäten von de Mena auf und erinnerte an spektakuläre Auftritte.

«An der Vernissage des weltbekannten Künstlers Daniel Spörri arrangierte er ein Werk von Bach so, dass es rückwärts gespielt wurde.» Der Vollblutmusiker habe in Grenchen zahlreiche weitere Spuren hinterlassen und sein Engagement höre nie nach der Musikstunde auf.

«Er kann seine Begeisterung auf die Jugend übertragen.» «Ich bin sehr gerührt und auch überrascht», bedankte sich de Mena, der 1963 in die Schweiz kam, herzlich. «Ich habe einfach gemacht, bin aber jetzt auch etwas stolz auf das Erreichte.»

José de Mena und Collective Percussion an der Verleihung der Grenchner Kulturpreise 2016

José de Mena und Collective Percussion an der Verleihung der Grenchner Kulturpreise 2016

Drei junge Talente

Der Jugend-Förderpreis wurde an die Grenchner Rockband «Basement Saints» verliehen. Die Newcomer Tobias Arn, Samuel Jaussi und Anton Delen füllen zurzeit landauf, landab die Konzertlokale mit ihrem erdigen Groove.

Am 1. April erscheint ihr Debütalbum «Get ready» mit einer CD-Taufe im Solothurner «Kofmehl», wo sie 2014 an einem von SRF Virus live übertragenen Konzert schon das Haus zum Kochen gebracht hatten.

«Die Jungs zeigen, dass es sich lohnt, sich mit Zielstrebigkeit zu engagieren und Talent und Herzblut einzubringen. Das führt zum Erfolg», sagte Laudator Matthias Meier Moreno.

Basement Saints Unplugged an der Verleihung der Grenchner Kulturpreise 2016

Basement Saints Unplugged

Basement Saints - Brother

Das Musikvideo der Basement Saints zu Brother.

Alle geehrten Musiker bzw. Formationen boten an der Übergabefeier ausführliche Kostproben ihres Könnens und sorgten so für einen beschwingten Abend. So waren die «Basement Saints» erstmals unplugged zu hören. Kulturkommissionspräsident Jean-Pierre-Thomsen konnte eine grosse Gästeschar begrüssen. «Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum», zitierte er einen Nietzsche-Ausspruch und erläuterte wie die Kulturkommission jeweils die Nominationen zu Handen der Gemeinderatskommission aussucht. Auch diesmal habe man sich rasch und einstimmig geeinigt.