Die Idee entstand eigentlich im Zusammenhang mit der Kulturnacht: Im vergangenen Jahr hatten Graffiti-Künstler die Wand neben der Treppe unterhalb der Lindenstrasse mit einem grossen Graffiti gestaltet, und das gefiel dann nicht nur den Veranstaltern, sondern auch dem Publikum ausserordentlich gut. Es lag auf der Hand, dass man dies in diesem Jahr wiederholen wollte. Man machte sich auf die Suche nach eintönigen Fassaden, von denen es in der Stadt ja einige gibt, die sich für eine solche Aktion im Rahmen der Kulturnacht eignen würde.

Da man wusste, dass die Besitzerin des Kinos Rex, Traudl Mauerhofer resp. ihre Schwiegertochter, Mirjam Maurhofer-Martin, welche die Liegenschaft verwaltet, die Fassade renovieren wollte, gelangte die Kulturkommission an sie, um die Möglichkeit zu erörtern. Und man stiess auf grosses Entgegenkommen. «Wenn das Kino nicht gut laufen würde, hätten wir uns bestimmt zweimal überlegt, ob wir die Fassade wirklich so aufwendig sanieren wollen.

Aber seit Angel Rodriguez das Kino führt, geht doch einiges. Er hat gute Ideen und ist innovativ, es läuft wieder gut im Rex.» Dass es zur Verspätung kam und nicht auf die Kulturnacht hin reichte, hat verschiedene Gründe: «Wir mussten eine umfangreiche Betonsanierung an der Fassade vornehmen, die länger dauerte als vorgesehen. Die Betonträger an der Aussenfassade, die jetzt die einzelnen ‹Filmbilder› begrenzen, waren durchgerostet. Hier verlor man Zeit. Das schlechte Wetter war auch nicht hilfreich.»

Der Filmstreifen am Kino

Die Arbeiten im oberen Teil der Fassade wurden abgeschlossen und die drei Künstler, Cédric Noger, Dominik Ruppen und Andreas Sedlacek, konnten sich ans Werk machen. 17 x 5 Meter gross ist die Fläche, die sie neu gestalteten und die Welt des Tyrannosaurus Rex darstellten. Aber: Dem Betrachter fällt bestimmt auf, dass es ausserdem auch Ansätze eines «richtigen» Graffiti im Bild gibt. «Es hatte schon vorher auf dieser Fassade Graffiti, welchen wir dadurch Respekt zollen, dass wir nun selber auch nicht bloss ein ‹Gemälde› realisieren. Das ganze Bild ist übrigens gesprayt, nicht gemalt», erklärt Sedlacek.

Das Werk wurde letztes Wochenende fertiggestellt: Oben und unten wurden die Ränder eines herkömmlichen Films aufgemalt, die Betonelemente bilden wie gesagt, die Abgrenzung jedes ‹Filmbildes›. In Zeiten des digitalen Kinos mag das vielleicht verwundern, ist aber um einiges attraktiver als Motiv, statt eines Harddisk-Rekorders.

Die Stadt beteiligt sich am Unterfangen, sie bezahlt die Materialkosten und übernimmt zusammen mit der Verwaltung des Rex die Gage für die Künstler.

Die Künstler sind sich einig: Es gäbe in der Stadt noch einige öde Fassaden, die man verschönern könnte. Und ausserdem beuge man so den Schmierereien und Tags vor, sind sich die Sprayer und die Verwalterin einig.