Auf einmal poltert Frieda Schraner wie wild durchs Wohnzimmer und weist ihren Ehemann Heiri zurecht. Nützlich solle er sich machen und endlich an die Arbeit gehen, so die Hausfrau. «Ruum jez uf und tue när ändlechä dr Rase mäihä!» Vor aller Augen lässt Heiri sich das gefallen.

Vor Augen eines Publikums, das über das Geschehen mächtig lachen konnte. Schliesslich handelte es sich nicht um einen realen Streit, sondern nur um den der Schauspieler Heidi Nägeli und Patrick Schreiber auf der Bühne des Zwinglihauses in Grenchen.

Ein traditionelles Fest

Zum jährlichen Herbstkonzert des Jodlerklubs Bärgbrünnli führte die klubinterne Theatergruppe das lebhafte Lustspiel «De Pantoffelheld» von Josef Brun auf. Seit wie vielen Jahren das Konzert durchgeführt wird, das weiss Jodlerpräsident Peter Aerni, der dieses Jahr auch als Schauspieler auf der Bühne steht, nicht so genau, es sind aber viele Jahrzehnte. Und genau deshalb ist ihm persönlich der Anlass auch so wichtig: Es ist ein traditionelles Fest, das die treuen Fans der Sängergruppe nicht missen wollten.

Eröffnet wird das gutbesuchte Fest mit dem schweizerisch-traditionellen Gesang des Vereins. Darauf folgt der nächste Höhepunkt – das Theaterstück. «Wenn immer genügend Akteure für das Schauspiel mobilisiert werden können, so findet dieses statt», so Aerni. Die Wahl fällt stets auf ein kurzes Lustspiel, denn man will nur freudige Gesichter sehen. Heuer waren es zehn Mitwirkende, die im Saal am Nachmittag und am Abend für Gelächter sorgten und die Lachmuskeln strapazierten.

Ins Land der Träume

Pantoffelheld Heiri will sich einmal gegen seine strenge Frau durchsetzen und seinen Geburtstag ausgiebig feiern. Dafür will er sie ins Land der Träume schicken. Doch das Glück ist nicht wirklich auf seiner Seite: Sein Plan verläuft nicht wunschgemäss und Frieda wacht einfach nicht mehr auf. Der verzweifelte Heiri und sein alter Freund Tschoni (Peter Aerni) probieren alles, um die anscheinend im Traum Verlorene aufzuwecken. Nach etlichen Versuchen gelingt es ihnen dann auch wirklich, nur leider im unpassendsten Moment.

Knappe zwei Stunden wurden die Zuschauer unterhalten und es flossen viele Tränen – vor lauter Lachen. Die wöchentlichen Proben seit April haben sich gelohnt: Die erfolgreiche und professionelle Schauspielleistung der engagierten Amateure wurde vom Publikum mit tosendem und lang anhaltendem Applaus belohnt.