Grenchen
Trotz Restriktionen keine Disziplinaruntersuchung gegen Boris Banga

An einer ausserordentlichen Sitzung vergangener Woche hat die Gemeinderatskommission (GRK) Grenchen in Sachen Mobbingvorwürfe gegen Boris Banga Nägel mit Köpfen gemacht. Banga wird die Frührung der Kindertagesstätten entzogen.

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Boris Banga erneut unter Beschuss. (Archiv)

Boris Banga erneut unter Beschuss. (Archiv)

Solothurner Zeitung

Die GRK entzieht Boris Banga zum einen die Führung des Bereichs Kindertagesstätten, in welchem auch First Lady Barbara Banga arbeitet, zum anderen werden weitere Befragungen unternommen. Allerdings: Eine Disziplinaruntersuchung wegen Mobbings will die GRK nicht einleiten.

Die GRK teilt in ihrer Medienmitteilung mit: «Im Verfahren betreffend Umgangston und Führungsverhalten des Stadtpräsidenten stellt die Gemeinderatskommission auch gestützt auf den Expertenbericht fest, dass beim Stadtpräsidenten beträchtliche Führungsprobleme vorliegen, dass er zum Teil einen wenig wertschätzenden, zeitweise gehässigen und verletzenden Umgangston pflegt und dass in Angelegenheiten, die ihm oder seiner Gattin nahe liegen, die nötige Distanz fehlt und zum Teil die Ausstandsregeln nicht gewahrt wurden. Er ist mit Nachdruck ermahnt, sich strikt an die geltenden Anstands- und Ausstandsregeln zu halten.»

Allerdings wird die GRK keine weiteren Untersuchungen führen, also auch keine formelle disziplinarische Untersuchung wegen Mobbing einleiten. Dies, weil die betroffenen Mitarbeitenden zu einem so langwierigen und belastenden Verfahren nicht bereit seien und ohne Mitwirkung ein solches Verfahren praktisch sinnlos sei.

Um generell das Arbeiten und Politisieren in Anstand und Respekt künftig besser zu gewährleisten, hat die GRK verschiedene Vorkehren getroffen, unter anderem:

• Die Führung des Bereichs Kindertagesstätten wird von der Schulverwaltung an die Leitung SDOL übertragen (ab 1. Februar 2011, mit Wirkung bis auf weiteres).

• Zur Vermeidung auch nur eines Anscheins von Interessenkonflikten namentlich in Angelegenheiten betreffend die Kitas und die Stadtbibliothek wird in der GRK statt dem Stadtpräsidenten ein anderes Mitglied verhandlungsführend sein.

• Zur Verbesserung der Zusammenarbeit auf Stufe Politik / oberste Führung werden die AmtsleiterInnen anonym befragt. Dies wird ein wichtiger Beitrag zur derzeit laufenden Erarbeitung einer «Charta» über das Führen und Zusammenarbeiten sein.

• Für Mitarbeitende, welche in direktem Kontakt zum Stadtpräsidenten und/oder der GRK stehen und sich von diesen unkorrekt behandelt fühlen, steht als Vertrauenspersonen ein kantonsexterner Rechtsanwalt zur Verfügung. Dieser kann die Mitarbeitenden namentlich mit Rat oder Vermittlung unterstützen.