Badi Grenchen
Trotz miesem Wetter zieht die Badi Grenchen eine positive Bilanz

Dem kalten und verregneten Juli zum Trotz zieht die Badi Grenchen eine positive Bilanz. Mit 79176 Eintritten war 2011 die zweitbeste Saison der letzten sechs Jahre. Die Leute kamen sogar schon, als der Rasen vom Regen noch nass war.

Oliver Menge
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Paul Markus Joss, Chefbademeister des Schwimmbads, vor dem menschenleeren Sportbecken

Paul Markus Joss, Chefbademeister des Schwimmbads, vor dem menschenleeren Sportbecken

Solothurner Zeitung

Mit 79176 Eintritten ist 2011 die zweitbeste Saison, seit Chefbademeister Paul Markus Joss seinen Posten vor sechs Jahren antrat. Nur 2009 lag die Zahl der Besucher mit über 86000 noch höher.

Gegen 3000 Besucher am 21. August

«Normalerweise dauert es nach einer Regenperiode mindestens drei Tage, bis die Leute wieder ins Schwimmbad kommen». Die Leute seien dieses Jahr aber gekommen, sobald es schön wurde, und hätten sich sogar auf den noch feuchten Rasen gelegt. Rekordtag war der 28. Juni, an dem 2609 Besucherinnen und Besucher verzeichnet wurden – Kleinkinder sind bei allen Angaben nicht gerechnet. Auch im August wurde zwischen dem 17. und 25. an vier Tagen die 2000er-Marke deutlich geknackt, an zwei Tagen lag die Zahl der Eintritte mit 1306 und 1257 deutlich über dem Schnitt. Ausser Konkurrenz sei der Sonntag, 21. August, gewesen, an dem die Schweizer Meisterschaften der Lebensretter stattgefunden haben, sagt Joss. Er schätze, dass gegen 3000 Besucher im Bad waren, trotz geschlossenem Sportbecken. «Vor lauter Köpfen hat man das Wasser im Hufeisen nicht mehr gesehen». Allerdings war der Eintritt an dem Wochenende eben gratis.

Neues Konzept hat sich bewährt

Jürg Jaeggi vom Back-Caffee, der die Badi-Beiz seit dieser Saison führt und von Stammgästen kritisiert worden war, zieht ebenfalls eine positive Bilanz. Natürlich habe man zu Beginn der Saison eine «Lernphase» durchlaufen müssen, bis alles einigermassen rund gelaufen sei. Aber das neue Konzept habe sich bewährt, das Budget habe man einhalten können. «Im Gegensatz zu meinem Vorgänger wollte ich mehr junge Leute ansprechen und diesen eine schnelle, gesunde und saubere Küche anbieten». Stammgäste aus früheren Zeiten seien zum Teil weggeblieben, neue aber dazugekommen. Der Start sei schwierig gewesen, sagt Jaeggi. Der Koch, den er für die Leitung der Badibeiz vorgesehen hatte, habe die Anforderungen nicht erfüllen können, der andere Koch sei krank geworden. Das Team von 16 Leuten musste sich erst einmal einspielen. Im verregneten Juli hätten oft nur zwei Leute gearbeitet, während zum Beispiel am strengsten Wochenende im August alle 16 Leute im Einsatz standen.

Baudirektion ist zufrieden

Jürg Vifian von der Baudirektion bestätigt das gute Ergebnis: Positiv sei besonders, dass es keine Unfälle und keine Pannen gegeben habe. Natürlich sei der kalte Juli nicht besonders erfreulich gewesen und es sei schon etwas ärgerlich, dass das schönste Wochenende im August mit der Lebensretter-SM zusammengefallen sei. Man hätte natürlich gerne an den zwei Tagen viele Billette verkauft.

Auf die Frage, ob ein Ersatz der Wasseraufbereitung (wir berichteten) bald ein Thema werde, meint Vifian, diese Anlagen seien auf etwa 15 Jahre abgeschrieben und die bestehende Clorgas-Anlage wurde 1997 eingebaut. Also werde man frühestens in zwei oder drei Jahren über einen Ersatz nachdenken. Ausserdem seien technische Entwicklungen im Bereich der Aufbereitung möglich und man werde noch zuwarten.

Jetzt sind die Arbeiten zur Wintervorbereitung im Gang. Alles wird geputzt und eingelagert. Das Wasser bleibt in den Becken, der Grundwasserdruck muss ausgeglichen bleiben, erklärt Chefbademeister Joss.