Nach zwei offenen Wochenenden ziehen die Triennale-Verantwortlichen eine positive Zwischenbilanz. Die Ausstellung ist noch am kommenden Freitag bis Sonntag offen.
Mit der zeitgenössischen Kunst ist es so eine Sache. Nicht immer erschliesst sie sich dem Betrachter unmittelbar. Viele Besucher der Triennale benutzen deshalb die Möglichkeit, sich durch die Ausstellung führen zu lassen und dabei Zusatzinformationen zu den Ausstellungsobjekten und dem - allenfalls vorhandenen - gedanklichen Unterbau zu erhalten.

So führte am vergangenem Sonntagnachmittag Ausstellungsmacher Reto Emch selber durch die Triennale, was sich für die Teilnehmer der Führung als überaus lohnenswert erwies. Emch kennt viele Austellende persönlich, ihre Themen, Arbeitstechniken etc. und konnte so aus dem Vollen schöpfen.

Mühe mit dem Industriebau

Er plauderte auch etwas aus dem «Nähkörbchen» und liess dabei durchblicken, dass viele namhafte Künstler auf eine Teilnahme an der Triennale verzichtet hätten, weil ihnen die allzu raue Umgebung des zerfallenden Industriebaus an der Sportstrasse missfiel. Doch andere nahmen die Herausforderung bewusst an, wie die Bulgarin Gergana Mantscheva, deren freigestellte Fotos von Blechobjekten perfekt mit der Umgebung «harmonieren».

Vereinzelte Künstler waren anwesend. So Kardo Kosta aus Evilard, dessen Zeichnungen auf dem iPad entstehen und als Digitaldrucke auf Metall aufgezogen werden. Aussehen tun sie dabei wie traditionelle Holzschnitte. Thomas Ruch, dessen Mickey Mouse auf der Werkbank im Foyer des ersten Stocks zu sehen ist, gab den Besuchern einen kleinen Crashkurs der Drucktechniken: Anhand eines leeren Milchkartons zeigte er die Unterschiede zwischen Tief- und Hochdruck.

Wenn die Schwerkraft malt

Manche Objekte sind «Work in Progress», allerdings ohne direktes Zutun von Künstlerhand. So Siebdrucke auf Blattsilber, die je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit allmählich oxidieren. Oder durch die Schwerkraft, welche Farbtropfen unterschiedlicher Zusammensetzung und Mischung durch ein Medium zieht. Zusätzliche Informationen zu solchen Objekten bzw. Installationen sind quasi unerlässlich.

Zumindest am letzten Wochenende war das Besucherinteresse an der Triennale lebhaft, nachdem das erste Wochenende (mit Ausnahme der sehr gut besuchten Vernissage) aufgrund des allzu schönen Wetters nicht eben gut besucht war. Die zweite Ausstellung im SWG-Unterwerk, wo die elektronische Kunst vorherrscht, könnte wohl ebenfalls noch zusätzliches Publikum in ihren Industrie-Katakomben «verdauen», wie ein Augenschein am Sonntag zeigte. So oder so: Reto Emch zeigte sich auf Anfrage zufrieden mit dem Triennale-Verlauf.

Die Triennale ist noch von Freitag bis Sonntag geöffnet, Eintritt 10 Fr. (Dauerkarte); geführte Rundgänge Fr/Sa 15 und 18 Uhr So 15 Uhr oder auf Anmeldung.