Grenchen
Treffen der Elektro-Flugmodelle: Wenn Flugmotoren nur noch surren

Das Pfingstwochenende stand in Grenchen im Zeichen der Elektro-Flugmodelle. Das diesjährige Treffen lockte auch den Gripen an, allerdings nur als Modellflugzeug. Das schöne Wetter kam den Piloten zu Gute.

Peter Brotschi
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Vor dem Fliegen kommt das Stemmen Armin Rihs mit seiner ASW-28.
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Den Gripen mit Schweizer Hoheitszeichen gibt es - als Modellflugzeug.
Faszinierende Technik Rotorkopf eines Modellhelikopters.
Konzentriert in die gleiche Richtung schauen Schlepppilot Roland Kohler (rechts) und Segelflieger Armin Rihs.
Businessjet im Kleinen: Das Modell eines Learjets.
Bunter Mix an Flugzeugen, hier ein Eurofighter.
Modellflugtreffen in Grenchen
Auch das gehört dazu: Werkstatt für die Akkus.
Andreas Hotz mit seinem De Havilland Venom.

Vor dem Fliegen kommt das Stemmen Armin Rihs mit seiner ASW-28.

Peter Brotschi

Andreas Hotz mustert seinen De Havilland Venom. Der ehemalige Kampfjet der Schweizer Luftwaffe glänzt in der Sonne. Der Modellflugpilot aus Langnau am Albis ist nicht zum ersten Mal an Pfingsten in Grenchen. Aber es ist seit 15 Jahren ein Primeur, dass sich die Jets den Modellflugplatz mit anderen Flugzeugtypen teilen mussten. Waren bis jetzt nur Elektro-Jetflugzeuge aus der Militär-, Verkehrs- oder Geschäftsfliegerei anzutreffen, ist das Bild am traditionellen Treffen der elektrisch angetriebenen Modelle nun wesentlich bunter geworden.

Wer als Pilot nicht gerade am Fliegen war, suchte den Schatten unter den aufgespannten Tüchern. Am Boden oder auf Klappstühlen sitzend, konnte man die Flüge der Kameraden beobachten und natürlich auch kommentieren - manchmal auch mit einem kritischen Augenzwinkern. Daneben standen die Flugmodelle in kunterbuntem Durcheinander.

Die Mischung der Luftfahrzeuge war an diesem Treffen so vielfältig wie die Fliegerei selber. Alle Sparten waren anzutreffen: Verkehrsflugzeuge neben dem Segelflieger, Helikopter neben Akroflugzeug, Hochdecker neben Tiefdecker, Verkehrsflugzeug neben Kampfjet. Auch der Gripen war da, sogar mit Schweizer Hoheitszeichen. Einfach als Modellflugzeug...

Störche stehlen den Piloten die Show

Wer fliegen wollte, musste sich in der «Flightline» einreihen. Am Samstag teilten sich die Modellflieger den Luftraum noch mit den Fallschirmspringern: Waren die Paras in der Luft, mussten die Flugzeuge am Boden bleiben.

Wegen Pfingsten gab es am Sonntag keinen Fallschirmsprung-Betrieb, dafür kamen ab und zu Störche von Altreu herüber, um mit den künstlichen Vögeln im Aufwind wettzueifern.

Viel Aufmerksamkeit erlangten die beiden Grenchner Piloten Roland Kohler und Armin Rihs. Sie zeigten ein Schlepp-Gespann: Kohler steuerte ein Motorflugzeug, welches das grosse Segelflugzeug von Rihs steuerte.

Die Schleicher ASW-28 war am Himmel kaum von einem menschtragenden Segelflugzeug zu unterscheiden. Und wenn die Thermik mal nicht so wollte, konnte Armin Rihs den Motor ausfahren und mit elektrischer Energie wieder Höhe gewinnen.

Michel Dürrenmatt zeigte sich zufrieden mit dem neuen Konzept des traditionellen Pfingsttreffens. «Es ist gut, dass wir nicht mehr nur Elektrojets zulassen», resümierte der Präsident der Modellfluggruppe Grenchen. Jetzt wartet er noch den grossen Modellflugtag vom 14. September ab, dann will er den Steuerknüppel der Modellfluggruppe an einen neuen Präsidenten übergeben.