Staad

Traum vom Leben am Wasser - in Staad soll eine Wasserstadt entstehen

Willi Gyger, dem Investor, der das Spital Grenchen als «Sunnepark» zu neuem Leben erweckt hat, gehen die Ideen nicht aus. «Warum nicht in Staad den lange ersehnten Bootshafen für Grenchen realisieren», meint Gyger.

Die Idee von Gyger ist mehr als ein Gedankenspiel. «Ich habe konkrete Vorstellungen, was man realisieren könnte», sagt der Verwaltungsratspräsident der «Sunnepark»-Betreiberin Solviva AG, die allerdings laut Gyger direkt nichts mit dem Projekt zu tun hat.

Je nach Verlauf des Projekts würde Gyger als Projektentwickler und Mit-Investor auftreten. Seine Idee ist folgende: Direkt an der Aare bei Staad könnte eine Wohnüberbauung mit Häusern mit Aare-Anstoss realisiert werden. Die Häuser wären Teil einer Hafenanlage mit zusätzlich 100 Miet-Bootsplätzen und würden den Bau des Hafens überhaupt erst finanziell ermöglichen. Voll realisiert dürfte das Projekt nämlich schätzungsweise rund 30 Millionen Franken kosten.

Hafenrestaurant für alle

«Der heutige Aareweg würde zwischen den Häusern und dem Hafen verlaufen und der Öffentlichkeit den direkten Aarezugang weiterhin ermöglichen», erklärt Gyger. Das heutige Ufergehölz müsste allerdings auf einer Länge von rund 200 Metern entfernt und der Verlauf des Ufers leicht verändert werden, um den Hafenraum zu gewinnen.

Dieser würde durch eine begehbare Hafenmole nach aussen abgeschlossen. Auch ein Hafenrestaurant ist laut Gygers Idee geplant. «Da sind für mich auch Synergien mit dem bestehenden Restaurant in Staad und mit dem Zeltplatz denkbar», meint er.

Die Häuser sollen laut Gygers Vorstellung nicht als Feriendomizil dienen, sondern als Wohnhäuser für entsprechend Kapitalkräftige. «Es geht auch darum, der Stadt eine Möglichkeit zu geben, gute Steuerzahler anzusiedeln, die gerne direkt am Wasser wohnen und ein eigenes Boot haben.»

Also ein Konkurrenzprojekt zur geplanten Wasserstadt Solothurn? Gyger verneint das nicht, wenngleich das Projekt in Grenchen einiges kleiner wäre. Vor allem wäre das Staader Projekt nicht mit der Hypothek einer zu sanierenden Bodenverseuchung belastet, die für Investoren eine grosse Unsicherheit bedeute. «Auf jeden Fall wäre der Hafen für die Attraktivität Grenchens sicher positiv und könnte auch Staad als Wohnort beleben», ist Gyger überzeugt.

Natur statt Bootsstege

Dass durch die Einzonung auch die Witi-Schutzzone betroffen ist, ist Gyger bewusst. «Es geht darum, abzuwägen: Durch den Zusammenzug von zahlreichen Bootsplätzen entlang der Aare könnte anderseits das Aareufer über weite Strecken renaturiert werden», führt der Visionär ins Feld.

Andere Fragen habe er auch schon geprüft, beispielsweise, warum das Projekt nicht auf dem Areal des Marti-Werkhofes bei der Fischerhütte realisiert werden kann. «Der Grund ist einfach.

Die Baufirma möchte den Werkhof weiterbetreiben. Zudem ist die Nähe zur Autobahn für ruhiges Wohnen nicht optimal.» Gyger ist sich bewusst, dass die Lancierung des Projekts auch Kritiker auf den Plan rufen wird. «Es geht mir darum, eine Diskussion zu lancieren, ob so etwas in Grenchen überhaupt erwünscht ist», begründet er. Nun sei er gespannt auf die Reaktionen.

Bauzonen vorerst beschränkt

Tatsächlich sind auf der politischen Seite die Meinungen geteilt (vgl. sep. Artikel). Die Stadt steht unmittelbar vor einer Ortsplanungsrevision. Das Vorhaben an der Aare müsste sinnvollerweise hier integriert werden. Da das neue Raumplanungsgesetz aber das Wachstum der Bauzonen für die nächsten fünf Jahre einschränkt, müsste Grenchen wohl ein Areal gleicher Grösse auszonen.

Meistgesehen

Artboard 1