Windpark Grenchenberg

«Transport der Windräder-Teile wird schwierig, muss aber gehen»

Visualisierung des Windparks auf dem Grenchenberg.

Visualisierung des Windparks auf dem Grenchenberg.

An der Volkshochschule Grenchen wurde der geplante Windpark zum Thema. Drei Referenten erläuterten an einem Vortragsabend im Parktheater Aspekte, die auch im Rahmen der Mitwirkung bzw. Einsprachen immer wieder diskutiert wurden.

Zweifellos am eindrücklichsten waren dabei die Schilderungen von Transportunternehmer André Friderici, dessen Spezialfirma für Schwertransporte die Windräder in Bestandteilen auf den Grenchenberg transportiert, sofern die Baubewilligung erteilt wird.

«Es wird anspruchsvoll, wir werden aber auch dieses Problem lösen», meinte Friderici, der nach eigenen Angaben etwa die Hälfte der rund 30 Schweizer Windkraftanlagen sur place gebracht hat. «Oft scheitert ein Projekt schlicht an der Erschliessung, da keine Strasse existiert.» Beim Transport auf den Grenchenberg scheint weniger das Gewicht als die Länge der Rotorblätter (60 Meter) das Problem. Dies werde man versuchen, mit einem Spezialfahrzeug mit eigenem hydraulischen Antrieb zu lösen, das die 16 Tonnen schweren Rotorblätter bis 60 Grad aufstellen kann. Für die Tragfestigkeit der Bergstrasse müsse er sich allerdings auf die Angaben der Behörden verlassen können.

In Grenchen soll auf der Lingerizwiese ein Umschlagplatz für die Schwertransporte, die vom Hafen Rheinhafen Birsfelden kommen, installiert werden. Für den Transport bis zur Bergstrasse existieren laut Reto Messerli von der Firma Considerate zwei mögliche Routen durch die Stadt. Eine führt über die Dählenstrasse, die andere über die Kapellstrasse zur Schmelzi. Pro Windrad werden 8 Schwertransporte nötig sein. In der letzten Bauphase soll die Bergstrasse für den Publikumsverkehr gesperrt werden. Für die Zuschauer wird ein Shuttlebus-Dienst eingerichtet.

Ein drittes Referat widmete sich der erwarteten Lärmbelastung durch die Windräder und der physikalischen Gesetze der Schallausbreitung. Der Schalldruck nimmt im Quadrat der Entfernung ab, wird aber subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen, wie Simon Bohnenblust von der Firma Prona AG erklärte.

Die Fragerunden wurde vor allem von Windpark-Gegnern vom Verein ProGrenchen genutzt, die Zweifel an den vorgetragenen Informationen vorbrachten. Auch wurde kritisiert, dass das Naherholungsgebiet Grenchenberg sich in einer nicht adäquaten Empfindlichkeitsstufe bezüglich Lärmschutz befinde. (at.)

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