Wer jeweils die Baupublikationen aufmerksam studiert, dem ist kürzlich ein Baugesuch der SWG aufgefallen, die an drei Standorten in der Stadt Antennenanlagen errichten will. Nähere Angaben zu den Antennen werden allerdings nicht gemacht. Will die SWG ins Mobilfunkgeschäft einsteigen?

SWG-Chef Per Olof Just lacht: «Natürlich nicht», meint er und erklärt, dass die Antennen im Rahmen der Umsetzung des Smart Metering (intelligente Strom-, Wasser- und Gaszähler) installiert werden.

Die SWG ist seit einem Jahr daran, die Zähler für den Energieverbrauch bei ihren Kunden Schritt für Schritt durch Geräte zu ersetzen, welche nicht mehr abgelesen werden müssen. Sie senden die Verbrauchsdaten automatisch an die neue SWG-Zentrale in der Brühlstrasse.

Per Funk zum nächsten Kabelanschluss

Dies geschieht auf verschiedenen Wegen, wie Just erklärt. Die Übermittlung der Daten vom Haushalt bis zur nächsten Trafostation erfolgt per «Powerline»-Technologie durch das Stromkabel selber. Dort wird allerdings das Signal aus technischen Gründen (Transformierungsprozess) unterbunden. Von den meisten Trafostationen bestehe aber eine Glasfaser-Verbindung bis zur Zentrale. «Es gibt aber noch vereinzelte Trafostationen, die keine solche für Datenübermittlung geeignete Verbindung haben», so Just weiter.

In diesen Fällen kommt nun eine Funktechnik zum Einsatz, wofür die Antennen gebaut werden. Es handle sich um eine schmalbandige WLAN-Technik, welche die Verbrauchsdaten an die nächste Einspeisestelle mit Glasfaserverbindung übermittelt. Da es, beispielsweise im Vergleich zu Multimedia-Daten, nur wenig Informationen zu übermitteln gebe, sei die Strahlungsenergie der Antennen gering, versichert Just.

Drei Antennenstandorte

Die zurzeit ausgeschriebenen Antennenstandorte sind an der Dählenstrasse, an der Tannhofstrasse und an der Allerheiligenstrasse, jeweils auf bestehenden SWG-Trafostationen.

Der Umbau auf das Smart-Metering schreite im Übrigen planmässig voran, versichert Just. Die SWG will im Rahmen der turnusgemässen Erneuerung der Zähler flächendeckend auf das neue System umstellen. Bis heute sei etwa ein Drittel der Strom- und Wasserzähler ersetzt, zieht Just Zwischenbilanz. Bis etwa in drei Jahren soll die Umstellung abgeschlossen sein.

Zwei Einsprachen

Damit ist das Potenzial des Smart Metering aber noch längst nicht ausgereizt. Denn nach «Smart Metering» mit Einweg-Kommunikation soll das «Smart Grid» folgen, das intelligente Stromnetz. Darin findet auch eine Kommunikation vom Werk zum Verbraucher statt. Je nach Netzsituation (Solarproduzenten speisen beispielsweise viel Strom ein oder die Windräder auf dem Berg laufen auf Hochtouren) können Verbraucher vom EW her zu- oder abgeschaltet werden.

Grossverbraucher sollen vor allem dann laufen, wenn viel und damit günstigerer Strom vorhanden ist. Das Netz kann zudem ohne teuren Kapazitätsausbau einfacher stabilisiert werden.

Ganz reibungslos wird auch diese technologische Neuerung im Grenchner Stromnetz nicht eingeführt werden können. Bis am Montag sind laut Angaben der Bauverwaltung zwei Einsprachen gegen die Antennen eingegangen.