Grenchen

Tolle Party, tolle Gäste, tolles Album: Gelungene Plattentaufe von «Light Food»

Über 200 besuchten die Plattentaufe der Band «Light Food» im Grenchner Kulturtempel, dem Parktheater.

Es war eine tolle Party, welche Light Food zur Plattentaufe ihrer neuen Scheibe «Liechti Choscht» zelebrierten. Standesgemäss fand diese in Grenchens «Kulturtempel», dem Parktheater statt. Über 200 Personen wollten sich den Anlass nicht entgehen lassen: Freude, Fans, Musikerkollegen, Prominenz von nah und fern sorgten für eine ausnehmend gute Stimmung. Nachdem die Luca Mettler Band so richtig eingeheizt hatte, setzten Kurt Gilomen (Gitarre, Gesang), Ralph Schaffer (Bass, Gesang), Matthias Haldimann (Gitarre, Mandoline, Gesang) und Fabio Zanco (Schlagzeug, Perkussion, Gesang) auf eine bekömmliche Mischung aus alten Songs, wie dem auch in den Radioanstalten vielgespielten «Easy tonight», und natürlich Kostproben aus der neuesten Produktion.

Es war schon erstaunlich, wer sich da alles auf der Bühne versammelte, um den eigentlichen Taufakt zu begehen. Neben Light Food haute Boogie-Woogie-Künstler Marc Anderegg in die Tasten und the Horns mit Stefan Künzli (Saxophon, seines Zeichens Ressortleiter Kultur dieser Zeitung), Erni Buchinger (Trompete) und Dominique Honauer (Posaune) veredelten den Sound mit einem bluesig-swingenden Extra. Als «Plattengötti» amtete dazu niemand Geringerer als Freddy Steady (Krokus, Gianna Nannini und viele mehr), der ganz zur Freude des Publikums beim einen oder anderen Song am Schlagzeug sass und dies sichtlich genoss. Es spricht für das Beziehungsnetz von Kurt Gilomen und seinen Mitspielern, wenn sich auch prominente Musiker gerne bereit erklären, die «Release Party» mitzugestalten. Es spricht aber vor allem für die musikalische Qualität, welche «Light Food» mittlerweile bieten. Die harte Arbeit in den letzten Jahren hat sich bezahlt gemacht.

Viel «Büez» und noch mehr Herzblut haben die vier Musiker in den letzten beiden Jahren in das neue Projekt «Liechti Choscht» gesteckt. Die Stärken der Band, wie mehr als nur solides Handwerk, mehrstimmige Chöre und prägende Leadstimmen haben sich noch einmal akzentuiert. Dazu wagte man den Schritt zu ausschliesslich Eigenkomposition und zu Mundarttexten. Ein Wagnis, das sich aber gelohnt hat. Die 14 Songs auf der CD (komponiert zumeist von Ralph Schaffer, teilweise von Kurt Gilomen, immer aber auch als Teamarbeit) sind durchdrungen von gradlinigem, melodiösen «Southern Rock, zuweilen angereichert mit Ausflügen Richtung Reggae, Country oder gar Pop. Kurt Gilomens Texte werden jetzt die Welt nicht verändern (das ist auch nicht der Anspruch). Aber sie berühren, sind aus dem Leben gegriffen, handeln von Liebe, verschmähter wie gelebter, von den Unwägbarkeiten des Seins, sind schon mal philosophisch (wie das namensgebende «Liechti Choscht» oder «Wandersmaa») oder schlicht ergreifend («Mi Fründ»). Vieles kommt augenzwinkernd daher, wohltuend ironisch bis selbstironisch.

Sorgfältiger Umgang mit der Mundart

Kurt Gilomen geht sorgfältig mit unserer Mundart um, die Reime sind stimmig, die Sprache reibt sich nicht an der Musik, im Gegenteil. Das hat auch mit der Herangehensweise zu tun. Denn zur schon vorhandenen Musik hat man die Songs zuerst einmal mit englischen Texten durchgespielt. «Erst als das passte, habe ich dazu die Mundartversion verfasst» erklärte Kurt Gilomen. Die Gefahr bestehe bei Mundarttexten nämlich, dass man ins Schlagerhafte abdrifte. «Ich bin stolz auf unser Team, auf das ganze Produkt, das ja auch ein Zeitdokument ist.» Das können die Musiker von Light Food und ihren zahlreichen Mitstreiter auch sein und wer weiss, vielleicht bewahrheitet sich ja einer ihrer Titel und sie landen einen «Megahit».

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