Bestattung

Tod und Leben gehören zusammen

Von links nach rechts: Hans Gerber, Renate Pozvek, Alois Pozvek.

Von links nach rechts: Hans Gerber, Renate Pozvek, Alois Pozvek.

Die Pozvek AG, Bestattungsdienste Grenchen und Umgebung, wird 25-jährig. Grund genug, den Beruf des Bestatters genauer anzuschauen.

Der Bestatterberuf ist kein Beruf wie andere. Ein Firmenjubiläum wird leiser gefeiert. Die Menschen, die dahinterstehen, sind aus Fleisch und Blut und lachen gerne, wie andere auch. Den kleinen vergilbten Zeitungsausschnitt haben sie lange aufbewahrt. «Alois Pozvek tritt Amt an», steht über dem Artikel von Gerald Lechner im Grenchner Tagblatt vom November 1985. 25 Jahre später sitzen Alois und Renate Pozvek im Besprechungszimmer an der Kastelsstrasse 6.

Mit dabei ist Hans Gerber, der mit seiner Frau vor knapp drei Jahren die Geschäftsführung der Bestattungsdienste Pozvek AG übernommen hat. Der 50-Jährige ist als Bauernsohn auf dem Montoz aufgewachsen, hat in Péry die Schule besucht und spricht daher Deutsch und Französisch. «Mein Schwager war Bestatter», berichtet er von seinen ersten Berührungspunkten mit dem Bestattungswesen. Bei ihm hat er hie und da ausgeholfen und ist so in diese Tätigkeit hineingewachsen. «In Biel habe ich von der kantonalen Polizeidirektion eine entsprechende Konzession erhalten», erinnert er sich an die Anfänge.

Je älter, desto sensibler

Heute kann er auf fast ein Vierteljahrhundert Berufserfahrung zurückblicken. Hans Gerber ist im Besitze eines eidgenössischen Fachausweises. Bei der Prüfung hat sich der Bewerber über praktische Fähigkeiten auszuweisen, führt ein Trauergespräch und beantwortet Fragen zur Fachtheorie und Unternehmensführung. «Je älter ich werde, je sensibler reagiere ich bei einem Todesfall», erzählt Gerber und spricht über seine Emotionen.

Renate und Alois Pozvek bestätigen: «Kein Tod ist spurlos.» Hans Gerber schätzt diese Zusammenarbeit. Im Bestatterberuf wird immer mehr verlangt. Die Dienstleister beraten die Trauernden, erledigen sämtliche Formalitäten, besprechen den Ablauf der Bestattung und besorgen die entsprechenden Drucksachen. Für Menschen, die zu Lebzeiten aus der Kirche ausgetreten sind, kann der Bestatter auch die Trauerfeier selber organisieren und mitgestalten. «Ich bin jederzeit erreichbar», unterstreicht Gerber den heutigen Standard und spricht von Sterbevorsorge. Immer mehr Menschen regeln die Einzelheiten der Bestattung vor ihrem Ableben und legen ihren Willen vertraglich fest.

Gerber zeigt die diskreten Nebenräume, wo Särge präsentiert sind. Eine Tür weiter betreibt Alois Pozvek hobbymässig seine Schreinerwerkstatt. «Tod und Leben gehören halt zusammen», meint Gerber und lächelt. Er regelt auch die Formalitäten bei Überführungen von Verstorbenen ins Ausland und erzählt von diesem Fachbereich.

Das 25-jährige Bestehen der Pozvek AG wird nicht gefeiert. Ein gemeinsames Essen werden Pozveks und Gerbers schon geniessen. Der Eintritt in den Ruhestand von Alois und Renate Pozvek wurde erleichtert, weil Adresse, Telefonnummer und die Geschäftsräumlichkeiten gleich geblieben sind. Hans Gerber wird auch in Zukunft diskret beraten und Trauernde begleiten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1