Ein Unbekannter hat letzte Woche mit Rasierklingen gespickte Äpfel in die Bieler Schwanenkolonie geworfen. René Kramer entdeckte sie, bevor ein Tier verletzt wurde. Der Tierpfleger ist erschüttert und kann sich diese Tat einfach nicht erklären.

Für gewöhnlich sieht René Kramer zu Beginn seines Arbeitstages in der Schwanenkolonie zuerst nach den Tieren und dem Futter. Letzte Woche machte er dabei einen schrecklichen Fund: Bei den Ruheplätzen der Schwäne entdeckte er zwei Äpfel – gespickt mit Rasierklingen. Dies berichtet der Regionalsender «TeleBielingue».

Ein Unbekannter hatte diese in der Nacht von Montag auf Dienstag in die Kolonie geworfen. Kurz darauf habe ausserdem ein Passant geklingelt und gemeldet, dass in der Schüss weitere Rasierklingen schwimmen.

«Was sind das bloss für Menschen», dachte sich René Kramer, bevor er die drei scharfen Gegenstände aus dem Fluss fischte. «So etwas kann ich einfach nicht begreifen», sagt er zu «TeleBielingue».
Daraufhin erstattete er Anzeige gegen Unbekannt. Die Aktion sorgte auch bei der Kantonspolizei Bern für Kopfschütteln. Doch etwas dagegen unternehmen kann sie nicht. «Sie haben aber gesagt, dass sie künftig bei Patrouillen vermehrt ein Auge auf die Schwanenkolonie werfen werden», so Kramer. Nun wird auch erwogen, eine Videoüberwachung einzurichten.

Die Schwanenkolonie, die sich um verletzte Wildvögel und vernachlässigte Ziervögel kümmert, steht seit ein paar Monaten zusammen mit anderen kulturellen und sozialen Institutionen, welche vom Sparprogramm der Regierung betroffen sind, im medialen Interesse: Im Rahmen der Budgetdiskussionen hatte der Gemeinderat beschlossen, der fast 120-jährigen Bieler Institution, je nachdem, für welche Variante des Budgets sich das Bieler Stimmvolk am 15. November entscheidet, die Hälfte oder den ganzen Betrag der städtischen Subvention zu streichen.

Die bürgerliche Mehrheit des Bieler Stadtrats tendiert für eine komplette Streichung der städtischen Beiträge. Obwohl sich inzwischen auch der Unterstützungsverein «Pro Schwanenkolonie» um die Mittelbeschaffung bei Stiftungen und Privaten kümmert, würde das die Schwanenkolonie empfindlich treffen und ihr droht das Aus (wir berichteten).

Die Vereinigung «Biel für alle», zu der auch die Schwanenkolonie gehört, setzt sich im Abstimmungskampf seit Wochen vehement für eine Ablehnung des Bieler Budgets ein – gut möglich also, dass die Tat sogar politisch motiviert war. (nka/om)