Grenchen
Tiefere Steuererträge und höhere Sozialkosten drücken auf Gemeinderechnung

Anlässlich der Grenchner Gemeindeversammlung genehmigten die Stimmbürger die positive Rechnung der SWG wie auch den defizitären Abschluss der Stadt Grenchen.

Patrick Furrer
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Sozialamt Grenchen

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Oliver Menge

37 Stimmberechtigte hatten am Dienstagabend im Parktheater die Jahresrechnungen der Stadt Grenchen und des Energielieferanten SWG zu genehmigen. In beiden Fällen geschah dies einstimmig und ohne zusätzliche Voten aus der Versammlung.

Per Just, Geschäftsleiter der SWG, präsentierte die Zahlen «zu einem guten Jahr» – trotz des Umbruchs im Strommarkt und der anhaltenden Verunsicherung durch die Liberalisierung. Mit Erfolg stellt sich die SWG dem Trend zur alternativen Stromgewinnung, ausserdem werden demnächst neue Produkte lanciert.

Warme Monate schmälerten Gasabsatz

Bei einem Gesamtumsatz von 41,9 Mio. Franken erwirtschaftete die SWG im Jahr 2011 einen Gewinn von 996 648 Franken (Vorjahr 994 606 Franken). Der Gasabsatz war 2011 aufgrund der warmen Monate sehr tief und sank gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent. Der Wasserabsatz sank um 1 Prozent.

Einzig der Stromverkauf stieg, und zwar um 3 Prozent, oder auf 143 Mio. Kilowattstunden. Die Abgabe an die Stadt beträgt 2011 rund 1,5 Mio. Franken (Vorjahr 1,4 Mio.), der Finanzierungsüberschuss 6,87 Mio. Franken. Wegen der Verschiebung von Projekten wurde etwas weniger investiert. Die Gemeindeversammlung genehmigte Jahresrechnung und Geschäftsbericht der SWG nach den Ausführungen von Geschäftsleiter Per Just einstimmig.

Rechnung: Höhere Sozialhilfekosten

Finanzverwalter David Baumgartner stellte Rechnung und Verwaltungsbericht der Stadt Grenchen vor. Die Rechnung 2011 schliesst schlechter ab als budgetiert – statt eines Gewinns von rund einer halben Million Franken resultiert ein Defizit von 331 280 Franken. Der Grund sind tiefere Einnahmen um gut 0,6 Mio. Franken, die auch durch tiefere Steuererträge hauptsächlich bei den natürlichen Personen zustande kommen. Auch die weiter gestiegenen Kosten, insbesondere bei der Sozialhilfe, tragen zum negativen Ergebnis bei.

Auch wenn die Finanzlage weiterhin stabil sei, zeichnen sich weitere Defizite und eine zunehmende Verschuldung ab, so der Finanzverwalter. Der Finanzierungsfehlbetrag beläuft sich auf 2,4 Mio. Franken. Das Nettovermögen sinkt auf 7,5 Mio., der Selbstfinanzierungsgrad auf 50 Prozent. Die Rechnung der Stadt wurde ebenfalls einstimmig genehmigt.