Auch als Präsident der Kulturkommission wird er zurücktreten. «Ich kann mich mit der momentan gefahrenen Parteilinie nicht mehr einverstanden erklären», begründet Thomsen seinen Schritt.

Er gehört (zusammen mit seiner Ehefrau, Gemeinderätin Clivia Wullimann) dem konfrontativ ausgerichteten Parteiflügel der SP an. «So wie die Partei momentan geführt ist, ist alles zu stark auf Harmonie ausgerichtet. So holen wir keine Wähler zurück», zeigt sich Thomsen enttäuscht.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat für ihn aber der Umstand, dass auch die SP die Stapi-Kandidatur von François Scheidegger unterstützt. Das SP-Logo auf dem offiziellen Flyer von François Scheidegger lässt dies jedenfalls vermuten.

Wie Du mir, so ich Dir

Dieses SP-Logo ist Teil eines Deals. So haben auch die bürgerlichen Parteien die Wahl von Remo Bill als Vize-Stadtpräsident unterstützt. Dieser wurde inzwischen in stiller Wahl bestätigt. – Lässt sich die SP zu stark von den Bürgerlichen umgarnen? Parteipräsident Remo Bill meint nein. «Wir sind nach wie vor die stärkste Partei in der Stadt, sind aber auch interessiert an einer konstruktiven Zusammenarbeit der politischen Kräfte. Sie haben uns unterstützt, wir halten jetzt fairerweise Gegenrecht.»

Jedenfalls gehe es für die SP als Windpark-Befürworter nicht an, dass man die Kandidatur von Elias Meier, Präsident der Windparkgegner, unterstütze, meint Bill. Offenbar konnte die SP auch Einfluss nehmen auf Formulierungen auf Scheideggers Flyer. Von Steuersenkungen heisst es in der definitiven Fassung nichts mehr. (at.)