Parktheater

Theater Fidibus verzauberte im Parktheater die Kinder

Das professionell aufgeführte Märchen «König Drosselbart» zog die Kinder in den Bann.

Das professionell aufgeführte Märchen «König Drosselbart» zog die Kinder in den Bann.

Die Märlitheatergruppe verwandelte mit «König Drosselbart» den Saal in eine Märchenwelt. Mit grosser Sorgfalt widmen sich die Theatermacher dieser Gestaltung. Ausgezeichnet gelungen ist das Werk des Bühnenbildmalers besonders im zweiten Akt.

Exakt vor 200 Jahren ist der erste Band der Kinder- und Hausmärchen von Jacob und Wilhelm Grimm erschienen. Auch heute noch faszinieren die Geschichten Jung und Alt. Der Abstecher des Märchentourneetheaters nach Grenchen machte es deutlich. «Ich darf neben dir sitzen», erklärt ein Mädchen seiner Freundin und umarmt sie glücklich. Vor dem Vorhang erscheint Fidibus mit buntem Kostüm und Narrenkappe. Die Figur agiert als Erzähler, hält Zwiesprache mit dem Publikum und eroberte die Gunst der Anwesenden im Nu. Fidibus führt einen Korb mit und zaubert Licht auf die Bühne. Die Anzündhilfe, worauf ihr Name zurückzuführen ist, funktioniert. Hörbares Raunen im Publikum, als das Bühnenbild im Licht der Scheinwerfer sichtbar wird.

An Schauspielschule ausgebildet

Mit grosser Sorgfalt widmen sich die Theatermacher dieser Gestaltung. Ausgezeichnet gelungen ist das Werk des Bühnenbildmalers besonders im zweiten Akt. Der Empfangssaal von König Zwägerich erhält viel Raum durch die gemalte Treppe, die ins Obergeschoss des Palastes zu führen scheint. Die schöne und stolze Prinzessin Viola weist ihre Freier mit spöttischen Sprüchen ab. Der verzweifelte Vater spricht ein Machtwort und verheiratet seine Tochter mit dem erstbesten Bettler. Gewürzt werden die ersten Szenen mit Auftritten des tapsigen Hofdieners Stolperi, der affektierten, an Fräulein Rottenmeier erinnernden, Kammerzofe Amalia und den Kandidaten, die um die Hand der verzogenen Prinzessin anhalten. Die Schauspieler, die ausnahmslos ihr Handwerk an einer Schauspielschule erlernten, zeigten eine insgesamt reife Leistung: Stefania Maria Bernet, Rahel Roy, Roland Münzel-Neuss, Pius Föhn, Nicolaia Marston, Claudia Balatti und Erwin Beetschen.

«Jetzt wirds ganz spannend», erklärt ein Grosi seinen Enkeln nach der Pause. Tatsächlich begeisterten der Einblick in die Bettelstube der Prinzessin und das gute Ende der Geschichte. Die Prinzessin wird zu einem Fest eingeladen, beklagt ihr Schmuddelkleid und die unpassenden Schuhe. Da die Kinder wohl die Akteure sahen, nicht aber die Sandalen von Viola, erhoben sie sich wie auf Kommando um einen Blick auf das unpassende Schuhwerk zu erhaschen.

Seit 1986 auf Tournee

Seit 1986 existiert das Märchentheater und beglückt mit Mundartmärchen Kinder und Erwachsene in der Deutschschweiz. Die Philosophie, Märchen liebevoll und auf professionelle Art auf die Bühne zu bringen, damit die Fantasie der jungen Zuschauer nachhaltig zu unterstützen und zu fördern, bewährt sich. Der Drosselbart, unter der Regie von Sabina Rasser und Roland Münzel-Neuss (Produzent), hat gefallen. Wenn sich gar einige ältere Zuschauer verschämt beim Happy End Tränen der Rührung aus den Augen wischen, ist dies ein gutes Zeichen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1