Energiewende
SWG forciert erneuerbare Energie

Die SWG bietet ihren Kunden für 2013 neue Produkte mit neuem Strommix und lanciert eine Auktion für Solarstrom-Zertifikate im Internet. Damit soll die Energiewende eingeläutet werden.

Oliver Menge
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Die SWG setzt auch auf Solarenergie.

Die SWG setzt auch auf Solarenergie.

Keystone

Bis ins Jahr 2050 soll gemäss der Strategie des Bundes der grösste Teil der benötigten Energie aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen werden. Einen grossen Anteil am neuen Strommix sollen Photovoltaik-Anlagen liefern und damit das Grundangebot aus Wasserkraft ergänzen.

Auch Grenchnerinnen und Grenchner sollen vermehrt auf den Strom aus erneuerbarer Energie eingestimmt werden, denn bisher kam aus der Steckdose graue Energie, also Strom unterschiedlichster Herkunft, so auch aus Kernkraftwerken. Nur wer bereit war, den Öko-Zuschlag zu bezahlen, konnte davon ausgehen, dass ein Teil seines Stroms aus zertifizierter ökologischer Produktion stammt.

SWG-Direktor Per Just.

SWG-Direktor Per Just.

Oliver Menge

Per Anfang 2013 wird man in Grenchen wählen können, welchen Strommix man beim Energiedienstleister SWG bezieht. Privatkunden und Firmenkunden mit kleinem Stromverbrauch bekommen ein neues Standardprodukt – «1 to 1 energy erneuerbar» – das zu 98 Prozent aus Wasserkraft und 2 Prozent Solarenergie besteht. Wenn sie keine andere Bestellung abgeben, wird ihnen dieses Produkt automatisch als neues Grundangebot geliefert. Den ökologischen Mehrwert bezahlt der Kunde mit einem Aufpreis von 0,8 Rappen pro Kilowattstunde.

Man wird zwei weitere Varianten wählen können: «1 to 1 energy regional» setzt auf umweltschonenden Strom, der in der Region produziert wird. Dieser Mix besteht aus 90 Prozent Strom aus Wasserkraft und 10 Prozent aus regionalen Photovoltaik-Anlagen. Der Aufpreis pro Kilowattstunde beträgt 2,5 Rappen.

Das günstigste Produkt – «1 to 1 energy Basic-Mix» – ist das Standard-Produkt für Gewerbe und Industrie und kann von Privatkunden ebenfalls gewählt werden. Die Zusammensetzung variiert und besteht zu einem grossen Teil aus Atomenergie.

Zwischen den verschiedenen Produkten kann quartalsweise gewechselt werden. SWG-Direktor Per Just erwartet, dass rund 75 Prozent der Privatkunden «1 to 1 erneuerbar» nutzen werden. Keine Änderung soll es hingegen beim zertifizierten Ökostrom geben, der mit allen Modellen kombinierbar ist.

Den Markt beleben

Insbesondere im Photovoltaik-Bereich (PV) besteht ein Markt: Die Nachfrage regelt das Angebot. Da die kostendeckende Einspeisevergütung KEV nur sehr zögerlich ausbezahlt wird – rund 15800 Besitzer solcher Anlagen in der Schweiz warten noch auf ihre Beiträge – will die SWG hier einen Anreiz schaffen. Sie ruft eine Ökostrombörse ins Leben, die ähnlich wie Ebay funktioniert: 200000 Kilowattstunden für 2013 sind ausgeschrieben. PV-Besitzer aus dem Versorgungsgebiet der SWG bietet man eine Plattform, auf der sie ein Angebot abgeben, zu welchem Preis sie ihre Strom-Zertifikate an die SWG verkaufen wollen.

Die SWG kauft die Herkunftsnachweise mit dem günstigsten Preis, bis die 200000 kWh erreicht sind. Die erste Ausschreibung läuft vom 1. Juli einen Monat lang, weitere werden folgen. «Für PV-Besitzer, die nicht auf KEV warten wollen, bietet die Auktion eine Möglichkeit, eine Art von Rückvergütung zu erhalten», so Just. «Wir versuchen auf diese Weise, den Markt zu beleben». Es sei der SWG zwar nicht möglich, Beiträge in der Höhe von KEV zu bezahlen, aber man wolle so den ökologischen Gedanken fördern.