Grenchen
Swatch Group plant eine neue Produktionsstätte in Grenchen

Die Swatch Group platzt aus allen Nähten – jetzt plant sie eine neue Produktionsstätte Grenchen. Bis zu 1000 Personen werden im neuen Produktionszentrum südlich der Howeg dereinst Arbeit finden.

oliver menge
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An der Flughafenstrasse in Grenchen, südlich der Howeg und der Bahngeleise, plant die Swatch Group den Bau einer neuen Zifferblatt-Produktionsstätte. oliver menge An der Flughafenstrasse in Grenchen, südlich der Howeg und der Bahngleise, plant die Swatch Group den Bau einer neuen Zifferblatt-Produktionsstätte. oliver menge

An der Flughafenstrasse in Grenchen, südlich der Howeg und der Bahngeleise, plant die Swatch Group den Bau einer neuen Zifferblatt-Produktionsstätte. oliver menge An der Flughafenstrasse in Grenchen, südlich der Howeg und der Bahngleise, plant die Swatch Group den Bau einer neuen Zifferblatt-Produktionsstätte. oliver menge

Solothurner Zeitung

Ein Gerücht machte in letzter Zeit hartnäckig die Runde: Swatch will in Grenchen etwas Neues, Grosses bauen. Offiziell wurde noch nichts kommuniziert, aber nachdem Eingeweihte das Gerücht bestätigten, gab auch die Swatch Group eine entsprechende Antwort. Tatsächlich wird auf dem Areal südlich der Bahnlinie an der Flughafenstrasse ein neues Gebäude errichtet. Bis zu 1000 Personen werden im neuen Produktionszentrum südlich der Howeg dereinst Arbeit finden. Die Swatch Group hatte das Gelände schon vor einigen Jahren gekauft, aber bisher noch nichts darauf realisiert.

Fabrik für Zifferblätter

Laut Beatrice Howald, Pressesprecherin der Swatch Group, handelt es sich bei der geplanten Produktionsstätte um ein Fabrikationsgebäude für Zifferblätter, vorwiegend für Swatch-Uhren. Zifferblätter werden momentan bei der ETA in Grenchen und Bettlach hergestellt, und Swatch Group will diesen Bereich ausbauen, sagt Howald. Mittelfristig könne es am neuen Standort rund 400 bis 500 neue Arbeitsplätze geben, und langfristig noch mehr. Baubeginn, vorausgesetzt, alles läuft wie geplant, sei frühestens nächstes oder übernächstes Jahr, der Endausbau könnte in etwa vier bis fünf Jahren fertig sein. Die Swatch Group sei dafür bekannt, dass sie keine Schnellschüsse produziere und demzufolge auch dieses Projekt mit Augenmass weiterverfolge. Es gehe auch darum, die notwendigen Maschinen anzuschaffen und die richtigen Leute zu finden. Aber dieser erste Schritt bekräftige die Absicht der Swatch Group, den Standort Grenchen auszubauen.

Schon vor einiger Zeit hatte der Uhrenhersteller bekannt gegeben, dass er an verschiedenen Standorten investieren will. So wird unter anderem in Biel neben der Omega der neue Unternehmenssitz für die Uhrenmarke Swatch AG gebaut. Auch an anderen Standorten im Jura sollen Investitionen grösseren Ausmasses getätigt werden, ebenso wie in den Kantonen Neuenburg und Waadt, sowie im Tessin.

Dass in Grenchen eine neue Fabrikationshalle diesen Ausmasses gebaut werden soll, damit hatte nicht einmal Stadtpräsident Boris Banga gerechnet. «Ich bin hoch erfreut und überglücklich über den Entschluss der Swatch Group, in Grenchen so ein grosses Projekt umzusetzen. Das ist für mich wie Weihnachten und Ostern auf einmal. Die Stadt Grenchen hat einmal mehr bewiesen, dass sie auf gutem Weg ist.» Grenchen pflege seit Jahren aufrichtige, permanente und gute Kontakte mit allen Wirtschaftspartnern, sagt Banga. Und die Wirtschaft wisse, dass sie in Grenchen willkommen sei. «Man muss auf den Stärken aufbauen und die Entwicklung des Bestehenden fördern – das wäre auch beim Flughafen Grenchen mit rund 250 Arbeitsplätzen wünschenswert».

Heute wird der Stadtpräsident erstmals offiziell über das Projekt informiert. Er habe durch seine Kontakte mit Swatch-Chef Nik Hayek schon gewusst, dass da etwas in Planung sei. Für heute sei eine Informationsveranstaltung mit dem Architekten geplant. Der Konzern war auch von anderen Gemeinden schon länger «bezirzt» worden. So versuchte unter anderem die Stadt Solothurn, der Swatch Group das Obach-Gelände in der Weststadt schmackhaft zu machen. Grenchen hatte aber wieder einmal die Nase vorn.

Umzonung erforderlich

Momentan liegt das Baugesuch beim Kanton. Dieser muss die Umzonung des Geländes aus der Reservezone zuerst bewilligen, bevor das Projekt öffentlich aufgelegt wird. Laut Stadtbaumeister Claude Barbey dürften hier keine Schwierigkeiten auftauchen.

Auch der Gemeinderat wird sich an seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen. Eine Studie zur Siedlungsentwicklung im Einzugsgebiet der Neckarsulmstrasse steht zur Diskussion. Die neue Fabrikationsstätte soll über die Niklaus Wengi-Strasse und die Neckarsulmstrasse erschlossen werden; die Flughafenstrasse soll Wohnzone bleiben.